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		<title>Adenauer, die Demografie – und ein Satz, der nie gefallen sein muss, um wahr zu sein</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2025 08:40:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/adenauer-die-demografie-und-ein-satz-der-nie-gefallen-sein-muss-um-wahr-zu-sein/" title="Adenauer, die Demografie – und ein Satz, der nie gefallen sein muss, um wahr zu sein" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/12/rentenreform-100x100.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="rentenreform" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/12/rentenreform-100x100.jpg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/12/rentenreform-300x300.jpg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/12/rentenreform-75x75.jpg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Man könnte meinen, die Debatte über den demografischen Wandel sei ein Phänomen der Gegenwart. Falsch. Schon 1957 standen Experten im Kanzleramt und erklärten Konrad Adenauer, dass sein neues umlagefinanziertes Rentensystem auf wackligen Beinen steht, wenn die Geburtenraten sinken. Ökonomen warnten. Statistiker warnten. Selbst Ludwig Erhard mahnte, man dürfe sich nicht blind auf ewiges Wachstum verlassen.   Und Adenauer?Er soll geantwortet haben: „Kinder kriegen die Leute immer.“ Dieser Satz ist historisch nicht sauber dokumentiert – aber er ist so verdammt deutsch, dass er auch ohne Beleg glaubwürdig klingt. Ein Land, das Probleme gern mit Zuversicht statt Zahlen löst, hat sich darin selbst gespiegelt. Und Adenauer wusste: Zuversicht gewinnt Wahlen. Skepsis nicht. Also wurde das Umlagesystem eingeführt, als würde die Babyboomer-Kurve ewig anhalten. Die Politik legte den Hebel auf „Optimismus“, stellte die Anzeigen auf „ewiges Wirtschaftswachstum“ – und ignorierte die mathematisch einfache Tatsache, dass weniger Kinder + mehr Alte = Stress im System. Damals war das bequem. Heute ist es teuer. Damals war es politisch genial. Heute nennt man es ein strukturelles Langzeitrisiko mit Ansage. Heute wie damals geht es nur darum ein bestimmtes Klientel zu befriedigen und die nächste Wahl zu gewinnen. Der ironische Punkt: Adenauer hätte nicht einmal wirklich sagen müssen, dass „Leute immer Kinder kriegen“. Die gesamte Reform 1957 basiert auf dieser Annahme. Sie ist der nicht ausgesprochene Untertitel des Gesetzes. Ein Konstrukt, das nur funktioniert, solange die Demografie stillhält. Sie tat es nicht. Wenn man es brutal ehrlich formuliert: Adenauer wollte Altersarmut schnell entschärfen und sich 1957 die Wahl gewinnen – was auch geklappt hat: absolute Mehrheit für die Union. Die Langfristfolgen (Geburtenrückgang, steigende Lebenserwartung) wurden bewusst kleingeredet – unter der Annahme, dass immer genug Kinder nachkommen. Historisch sieht das nach klassischer Kurzfristpolitik auf Kosten der Zukunft aus: sozialpolitisch damals ein echter Fortschritt, demografisch ein Konstrukt mit eingebauter Sollbruchstelle. Und deshalb sitzen wir nun sechzig Jahre später in einem System, das unausgesprochen auf einem Satz ruht, der vielleicht nie gesagt wurde – aber unser Rentenmodell präzise zusammenfasst: Politik gewinnt man mit Hoffnung. Rentensysteme stabilisiert man mit Realität. Deutschland verwechselte beides. Ein Niedriglöhner zahlt im Leben rund 185.000 € in die Rentenkasse ein – und bekommt dafür knapp über 800 € Rente.Das ist mathematisch ein Sozialstaats-Placebo. Hätte man ihn 40 Jahre lang auch nur 5 % Rentenbeiträge in einen staatlichen Weltfonds einzahlen lassen, könnte er sich im Alter 400 € mehr leisten – jeden Monat. Deutschland spart nicht an den Rentnern.Deutschland spart an der Realität. Von Adenauers Hoffnung zur schwedischen Realität So stand Deutschland also 1957 mit einem Rentensystem da, das auf der stillschweigenden Annahme beruhte, die Bevölkerung würde sich schon von selbst vermehren wie Geranien auf dem Balkon. Ein Konzept, das ungefähr so langfristig belastbar war wie ein Einkaufszettel im Regen. Und während wir hierzulande bis heute versuchen, Adenauers Optimismus mit Subventionen, Haltelinien und politischen Beruhigungstabletten zu ersetzen, hat ein anderes Land irgendwann beschlossen:„Wir könnten das auch einfach vernünftig machen.“ Schweden hat keine Kommissionen einberufen, um herauszufinden, ob Leute „immer Kinder kriegen“.Schweden hat schlicht gefragt: „Was passiert, wenn sie es nicht tun?“Und genau darauf ein Rentensystem gebaut. Während Deutschland also weiterhin Adenauers demografisches Placebo verwaltet, hat Schweden ein Modell entwickelt, das nicht auf Hoffnung basiert, sondern auf Mathematik – und ja, manchmal tut Wahrheit eben weniger weh als politische Nostalgie. Kurz:Wir blättern von der deutschen Rentenfolklore um zum schwedischen Handbuch „Wie man ein System baut, das nicht schon beim ersten Realitätskontakt implodiert“.   In meinem nächsten Artikel werde ich europäische Rentensysteme mit dem Deutschen vergleichen und eine dezidierte Rentenreform vorschlagen, die man ohne Probleme, ab heute gerechnet, bis Anfang der 30er Jahre umsetzen könnte.</p>
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		<title>Russell Vought – der gefährlichste Mann in Trumps Schatten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2025 12:33:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/russell-vought-der-gefaehrlichste-mann-in-trumps-schatten/" title="Russell Vought – der gefährlichste Mann in Trumps Schatten" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/09/Russell_Vought_neo-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Russell Vought" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/09/Russell_Vought_neo-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/09/Russell_Vought_neo-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/09/Russell_Vought_neo-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Donald Trump zieht die Schlagzeilen. Doch einer seiner wichtigsten Männer bleibt meist im Hintergrund: Russell Vought, Chef des Haushaltsamts OMB, Architekt von Project 2025, Think-Tanker mit bibeltreuer Mission. Wer ihn unterschätzt, versteht nicht, wie die amerikanische Demokratie unter Druck gerät. Vought ist kein Lautsprecher, sondern ein Stratege. Ein Mann, der den Verwaltungsapparat wie ein Uhrwerk kennt – und ihn zerlegen will. Sein Ziel: die Exekutive stärken, die Bürokratie entmachten, Loyalisten in Schlüsselposten setzen. Er nennt das „radikalen Konstitutionalismus“. In Wahrheit ist es ein Angriff auf die Gewaltenteilung. Seine Ideologie ist klar: christlich-nationalistisch, anti-„woke“, anti-Bürokratie. Für ihn ist Amerika „eine Nation unter Gott“. Wer Abtreibung verteidigt, Rassismus benennt oder Diversität fördert, gilt als Gegner. Neutralität des Staates? Ein Hindernis. Pluralismus? Ein Fehler. Das Gefährliche: Voughts Ideen sind nicht bloß Papiere aus Think-Tanks. Er war Trumps Budgetchef, er hat Behörden schon ausgehungert, er weiß, wie man Hebel zieht. Und diesmal hat er ein Drehbuch in der Tasche: Project 2025, geschrieben von Heritage Foundation und Co., ist ein Katalog zur Machtergreifung im Staatsapparat. Historische Vergleiche zeigen, wohin das führen kann: Wie Nixon will er Checks and Balances aushebeln. Wie Cheney nach 9/11 träumt er vom allmächtigen Präsidenten. Wie McCarthy will er Gegner säubern – diesmal nicht Kommunisten, sondern „Woke-Ideologen“. Anders als seine Vorgänger plant Vought keine Ausnahmen, sondern eine neue Normalität. Dauerhafte Exekutivmacht, geschrumpfte Verwaltung, durchideologisierte Politik. Das ist die eigentliche Gefahr für die USA: Nicht der polternde Trump allein, sondern die stille Verschiebung der Machtbalance. Wenn Voughts Pläne greifen, könnte die amerikanische Demokratie nicht durch einen Putsch sterben – sondern durch Verwaltungsakte, Verordnungen und loyale Ernennungen. Leise, bürokratisch, effektiv. 👉 Den Namen „Russell Vought“ sollte man sich merken. Er ist der Mann, der Trumps autoritären Instinkt in konkrete Strukturen übersetzt. Und genau das macht ihn brandgefährlich. Welche Ideologien vertritt er? Vought steht für eine Mischung aus Ideologien und Überzeugungen, die, zusammengenommen, nicht nur konservativ, sondern in vielen Fällen radikal in Richtung einer starken Exekutive und einer religiös geprägten Gesellschaftspolitik gehen: Christlicher Nationalismus– Er sieht die USA explizit als „Nation unter Gott“ und möchte, dass christliche Werte sichtbar Einfluss haben auf Regierungspolitik und Gesellschaft. – Dabei spricht er nicht von völliger Trennung Kirche‐Staat, sondern eher, dass Christentum nicht aus dem öffentlichen Leben verschwinden darf. Rollback progressiver Ideologien / Kulturkämpfe– Vought ist ein ausgesprochener Gegner von Critical Race Theory, „wokeness“, Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionsprogrammen.  – Er leistet auch aktive Arbeit, bundesstaatliche Trainings, Verträge oder Programme zu beeinflussen bzw. stoppen, die darauf abzielen, Rassismus oder „strukturelle Benachteiligung“ zu thematisieren. Radikales Verständis von Exekutiver Macht / Konstitutionalismus– Vought propagiert eine Art „radikalen Konstitutionalismus“, in dem die bestehende Rolle von föderalen Behörden, Bürokratien und unabhängigen Institutionen stark eingeschränkt werden soll.  – Er glaubt, dass die Exekutive („Präsident“) deutlich mehr Macht haben sollte, u.a. über „nicht unabhängige“ Behörden oder Institutionen, die traditionell als Check &#38; Balance dienen. Anti-Bürokratie / „Schwächung“ der Verwaltung– Bürokratie und Bundesbehörden betrachtet er vielfach als Hindernis oder gar „Gebilde, das politisch instrumentalisiert ist“ (z. B. „woke“, ideologisch beeinflusst). – Es gibt Pläne (z. B. Teil von Project 2025), große Teile der Beamtenschaft oder Verwaltungsapparate so zu verändern, dass sie stärker politisch kontrolliert werden können – etwa durch Umwandlung in politische Posten, Aufhebung von Schutzbestimmungen. Sozialkonservative Werte– Absolutes Abtreibungsverbot wird unterstützt. – Skepsis gegenüber LGBT-Rechten, ablehnende Haltung zu fortschrittlichen Equal Rights / Gleichstellungsinitiativen. (Auch wenn nicht alle Details immer klar kommuniziert sind, ist das in seinem Umfeld erkennbar.) Fazit — Eigene Einschätzung Russell Vought ist kein „Randfigur-Radikaler“: Seine Ideen sind ambitioniert, radikal in Teilen und konsequent gedacht – und er hat in der Verwaltungsmacht und im organisierten konservativen Establishment die Ressourcen und Netzwerke, um Wirklichkeit zu werden. Wenn man demokratische Prinzipien ernst nimmt – Gewaltenteilung, freie Meinungsäußerung, Rechtsstaat, Schutz von Minderheiten –, dann sind Voughts Vorstellungen und sein Wirken eine ernsthafte Herausforderung: Sie threaten institutionelle Resilienz. Sie können zur Erosion von Minderheitenrechten, Zivilgesellschaft und unabhängigen Behörden führen. Sie öffnen Wege zu einer Regierung, in der Exekutive über Gebühr dominiert, und in der Normen weniger zählen als Loyalität und Ideologie. Natürlich ist nicht garantiert, dass alle seine Pläne umgesetzt werden – Gesetze, Gerichte, öffentlicher Druck, Gegenstimmen in Medien und Zivilgesellschaft können Barrieren sein. Aber Voughts Position ist gefährlich in dem Sinne, dass sie den Rahmen verschiebt – was heute noch undenkbar erscheint, könnte bald normalisiert werden, wenn man nicht wachsam bleibt. Ausgewählte Zitate von Russell Vought 1. Bürokratie als Feindbild Zitat (Original): “We want the bureaucrats to be traumatized. &#8230; We want them to wake up in the morning and not want to go to work because they are increasingly seen as the villains. We want their funding to be cut off &#8230; We want to traumatize them.”(The Guardian, 10.02.2025) Übersetzung: „Wir wollen, dass die Bürokraten traumatisch betroffen sind. … Wir wollen, dass sie morgens aufwachen und nicht zur Arbeit gehen wollen, weil sie zunehmend als die Bösewichte angesehen werden. Wir wollen, dass ihre Finanzierung gestoppt wird … Wir wollen sie in Trauma versetzen.“ 2. Radikaler Verfassungsumbau Zitat (Original): „The president has to move executively as fast and as aggressively as possible with a radical constitutional perspective to be able to dismantle that bureaucracy in their power centers.“(WBUR, 12.02.2025) Übersetzung: „Der Präsident muss exekutiv so schnell und aggressiv wie möglich handeln, mit einer radikalen verfassungsrechtlichen Perspektive, um diese Bürokratie in ihren Machtzentren zu demontieren.“ 3. Keine unabhängigen Behörden Zitat (Original): „There are no independent agencies. … that is not something that the Constitution understands. So … the whole notion of an independent agency should be thrown out.“(WBUR, 12.02.2025) Übersetzung: „Es gibt keine unabhängigen Behörden. … Das ist nichts, was die Verfassung kennt. Deshalb sollte die ganze Vorstellung einer unabhängigen Behörde verworfen werden.“ 4. Gesetzesgehorsam – nein danke Zitat (Original, Senatsanhörung 2020): Senator: „Do you believe the Impoundment Control Act is constitutional?“Vought: „No, I don’t believe it’s constitutional. The President ran on that view. That’s his view and I agree with it.“(US Senate Hearing, 21.02.2020, rev.com Transcript Übersetzung: Senator: „Halten Sie das Impoundment Control Act für verfassungsgemäß?“Vought: „Nein, ich halte es nicht für verfassungsgemäß. Der Präsident ist mit dieser Ansicht angetreten. Das ist seine Ansicht, und ich stimme ihr zu.“ 5. Totaler Exekutivanspruch Zitat (Original, Anhörung): „The Constitution envisions that the bureaucracy would work for the President of the United States in Article II.“(rev.com, Senatsanhörung) Übersetzung: „Die Verfassung sieht vor, dass die Bürokratie nach Artikel II für den Präsidenten der Vereinigten Staaten arbeitet.“</p>
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		<title>Wie rechte Gedanken im Mainstream landen – und warum das brandgefährlich ist</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/wie-rechte-gedanken-im-mainstream-landen-und-warum-das-brandgefaehrlich-ist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Aug 2025 09:52:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/wie-rechte-gedanken-im-mainstream-landen-und-warum-das-brandgefaehrlich-ist/" title="Wie rechte Gedanken im Mainstream landen – und warum das brandgefährlich ist" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/08/populistische_medien-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Wie rechte Gedanken im Mainstream landen" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/08/populistische_medien-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/08/populistische_medien-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/08/populistische_medien-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Deutschland, 2025. Die AfD in Sachsen und Brandenburg zweit stärkste und in Thüringen sogar stärkste Fraktion im Landtag. In Umfragen liegt sie bundesweit bei 25 Prozent. Das ist alarmierend – aber nicht überraschend. Denn rechte Narrative sind längst nicht mehr auf rechten Bühnen zu Hause. Sie tauchen in Leitartikeln auf, in Kolumnen, in Talkshows. Im Wohnzimmer. In der Mitte. Nicht Pegida, nicht Telegram. Sondern BILD, FOCUS, WELT, NZZ. Medien, die sich bürgerlich geben – aber Inhalte transportieren, die sich mit denen der AfD decken. Ein Satz wie ein Schlag ins Gesicht – und ein Wendepunkt im Diskurs:„Juden oder Aggro-Araber – wir müssen uns entscheiden, wen wir in Deutschland halten wollen.“Jan Fleischhauer schrieb das 2023 in seiner FOCUS-Kolumne. Gemeint war: Wer jüdisches Lebenschützen will, muss sich von bestimmten Migrantengruppen trennen. Ein übler Gegensatz, derMinderheiten gegeneinander ausspielt – mit kalkulierter Brutalität.Fleischhauer legitimiert damit ein Weltbild, das Exklusion als Notwehr verkauft. Opfer gegeneinander.Täter ausgeblendet.Diese Formulierung wäre vor wenigen Jahren undenkbar gewesen. Heute erscheint siekommentarlos in einem Massenmedium. Genau das ist das Problem.Es bleibt nicht bei Fleischhauer. Ähnliche Tonlagen klingen aus vielen Richtungen:&#8211; Julian Reichelts Nius schürt täglich Empörung über „Wokeness“, Gender, Migration. Hier entstehtkein Journalismus, hier entsteht Stimmung. Reduziert, emotionalisiert, gezielt.&#8211; Die Welt veröffentlichte 2024 einen AfD-nahen Gastbeitrag von Elon Musk – ungefiltert, ohneEinordnung. Eine Plattform für rechtspopulistische Propaganda, legitimiert durch das Siegel einerrenommierten Zeitung.&#8211; Die NZZ nutzt Begriffe wie „Remigration“ oder „Überfremdung“. Nicht offen hetzerisch – aberanschlussfähig. Genau das macht es gefährlich.Der Trick ist immer derselbe: Emotionalisierung durch Sprache. Moral durch Schlagzeile.Wiederholung bis zur Gewöhnung.Begriffe sind nie neutral. Wer oft genug von „Asylchaos“, „Kulturbruch“ oder „Messerkriminalität“spricht, verändert, was sagbar ist. Und was denkbar wird.Erst rutscht die Sprache nach rechts. Dann die Realität.Seit ihrer Gründung 2013 hat sich die AfD von einem wirtschaftsliberalen Anti-Euro-Projekt zu eineroffen völkischen Partei entwickelt. Unter Björn Höcke dominiert der „Flügel“. Migration, Gender,Klimaschutz – alles wird zum Feindbild gemacht. Die Partei radikalisiert sich – und wird zugleichmedial enttabuisiert. Masken, Milliarden, Minister – Jens Spahn und das Desaster der Überbeschaffung 8. Juli 2025 Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss 11. Juni 2025 Spahns gefährlicher Kurzschluss 12. April 2025</p>
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		<title>Wenn Karlsruhe zur Bühne rechter Kampagnen wird – Wie CDU-Rebellen und Populisten das Verfassungsgericht beschädigen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2025 08:08:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/wie-cdu-rebellen-und-populisten-das-verfassungsgericht-beschaedigen/" title="Wenn Karlsruhe zur Bühne rechter Kampagnen wird – Wie CDU-Rebellen und Populisten das Verfassungsgericht beschädigen" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/bundesverfassungsgericht-100x100.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Titelbild" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/bundesverfassungsgericht-100x100.jpg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/bundesverfassungsgericht-300x300.jpg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/bundesverfassungsgericht-75x75.jpg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Was zur Hölle ist da eigentlich los in Berlin? Die Wahl einer Verfassungsrichterin – einer renommierten, ausgewiesenen Expertin – wird zur Bühne eines demokratiezersetzenden Schauspiels. Der Fall Brosius-Gersdorf zeigt auf schmerzhafte Weise, wie tief Teile der CDU gesunken sind und wie bereitwillig sie sich von der AfD und rechten Netzwerken treiben lassen. Was war ihr Verbrechen? Eine differenzierte Haltung zum Thema Abtreibung. Eine fundierte Position zur Impfpflicht. Ein akademischer Werdegang mit internationalem Renommee. Und genau das reicht heute, um zur „linksextremen Ideologin“ erklärt zu werden – von einer politischen Rechten, die längst nicht mehr argumentiert, sondern nur noch hetzt. Die Rolle der CDU: Feigheit oder Kalkül?Dass ausgerechnet Jens Spahn und andere konservative CDU-Abgeordnete diese Kampagne aufgenommen haben, ist ein Skandal. Nicht nur, weil sie sich an den Argumentationsmustern der AfD bedienen – sondern weil sie damit eine der letzten unabhängigen Institutionen der Republik vorsätzlich beschädigen. Statt auf juristische Fachkompetenz zu setzen, lassen sie sich von Empörungswellen leiten und buhlen um die Zustimmung eines rechten Randes, der die Verfassung zutiefst verachtet. Das Verhalten von Spahn und den konservativen CDU-Rebellen ist ein Paradebeispiel politischer Selbstverzwergung: Statt sich an juristischer Fachkompetenz zu orientieren – dem einzigen Maßstab bei einer Verfassungsrichterwahl – instrumentalisieren sie rechte Narrative und sägen so an der Glaubwürdigkeit des höchsten Gerichts. Wer suggeriert, eine einzelne Richterin könne Karlsruhe ideologisch kapern, hat entweder das Grundgesetz nicht verstanden oder spielt mit der Axt an der Demokratie. Dabei müsste jedem klar sein: Eine einzelne Richterin entscheidet nichts allein. Das Bundesverfassungsgericht besteht aus acht Richter:innen je Senat – Urteile werden im Kollegium gefällt, nach sorgfältiger Abwägung, über Parteigrenzen hinweg. Aber dieses Faktum scheint der CDU mittlerweile genauso egal zu sein wie rechtsstaatliche Prinzipien. Der Plagiatsvorwurf: Die NebelkerzeUnd dann kam noch Plagiatsjäger Stefan Weber um die Ecke. Ohne Auftrag, wie er beteuert. Vielleicht glaubt er das sogar selbst. Aber der Zeitpunkt seiner „Recherche“, wenige Tage vor der Wahl, spricht Bände. Wer das politische Klima kennt, weiß: Solche „Zufälle“ sind selten zufällig. Rechte Plattformen sprangen sofort auf, stilisierten Brosius-Gersdorf zur linksideologischen Gefahr – und konservative Medien halfen fleißig mit. Ein Wahlsystem, das zum Spielball geworden istDass all das überhaupt möglich ist, liegt auch am geänderten Wahlverfahren von 2015. Damals wurde beschlossen, dass Verfassungsrichter:innen künftig im Bundestagsplenum gewählt werden – nicht mehr vertraulich im Wahlausschuss. Die Folge: Statt juristischer Prüfung gibt es nun Talkshow-Tauglichkeit und Twitter-Empörung. Statt Zwei-Drittel-Kompromiss zwischen Demokraten wird mit kalkulierter Blockade gearbeitet. Wer eine Mehrheit hat, lässt einfach nichts mehr zu. Willkommen im Zeitalter der Erpressbarkeit. O-Ton Steffen Billger, CDU, 11.7.25 &#8222;Wesentliche Voraussetzung für eine Beruhigung einer solchen Situation ist, dass die jeweiligen Kandidaten für das Amt eines Richters oder einer Richterin am Bundesverfassungsgericht über jeden fachlichen Zweifel erhaben sind. Das ist aus unserer Sicht nun nicht mehr vollständig gegeben. Wir wären bereit gewesen, die beiden anderen Verfassungsgerichter heute zu wählen.&#8220; Billger bezog sich auf einen Plagiatsvorwurf gegen Brosius-Gersdorf, der jedoch bereits zum Zeitpunkt seiner Rede zurückgenommen wurde. Der Vorwurf betraf eine Textgleichheit, doch Brosius-Gersdorf veröffentlichte ihre Arbeit vor ihrem Ehemann, was ein Abschreiben ausschließt. Die Universität hat signalisiert, den Fall nicht weiter zu verfolgen. Was jetzt passieren muss:Es braucht endlich eine Rückkehr zum alten Modus: Zwei-Drittel-Mehrheit im vertraulichen Wahlausschuss. Keine Öffentlichkeit, kein Twitter-Mob, keine Kampagnenfähigkeit von rechts. Das Gericht muss wieder das sein, was es immer war: eine Instanz der Ruhe, der Expertise und der demokratischen Vernunft. Fazit:Diese Republik kann sich keinen politischen Kindergarten auf Kosten ihrer höchsten Richter:innen leisten. Wer Karlsruhe zum Schlachtfeld politischer Eitelkeiten macht, sägt an der Verfassung selbst. Und wer sich dabei von der AfD den Takt vorgeben lässt, hat längst vergessen, auf wessen Boden er eigentlich steht. Es reicht. Holt das Gericht aus dem Morast zurück – und schickt Spahn &#38; Co. dahin, wo sie hingehören: in die Bedeutungslosigkeit. Masken, Milliarden, Minister – Jens Spahn und das Desaster der Überbeschaffung 8. Juli 2025 Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss 11. Juni 2025 Spahns gefährlicher Kurzschluss 12. April 2025</p>
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		<title>Masken, Milliarden, Minister – Jens Spahn und das Desaster der Überbeschaffung</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2025 13:30:06 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/masken-milliarden-minister-jens-spahn-und-das-desaster-der-ueberbeschaffung/" title="Masken, Milliarden, Minister – Jens Spahn und das Desaster der Überbeschaffung" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/spahn_masken2-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Spahn, Masken" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/spahn_masken2-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/spahn_masken2-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/07/spahn_masken2-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Im Juni 2025 legte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) einen lange erwarteten Bericht vor: Er beleuchtet die massive Überbeschaffung von Schutzmasken während der Corona-Pandemie. Der Bericht versucht aufzuarbeiten, was schiefging – und zeigt vor allem: Chaos, Intransparenz und politisches Ausweichen. Im Zentrum: Jens Spahn. Spahn: Der Macher ohne Kontrolle Im März 2020 entschied Jens Spahn als Gesundheitsminister, dass sein Ministerium die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung übernimmt. Binnen Wochen schloss das BMG Verträge in Milliardenhöhe ab – oft ohne Ausschreibung, ohne Preisprüfung, in sogenannten Open-House-Verfahren. Spahn selbst soll laut interner Dokumente Preise festgelegt haben, etwa 4,50 € pro FFP2-Maske. Das Ergebnis? Preise oft über Marktniveau, intransparente Abrechnungen, unklarer Schaden. &#62; Prof. Dr. Sebastian Müller, Experte für öffentliches Vergaberecht: „Das Open-House-Verfahren war ein riskanter Schnellschuss. Preisfindung und Vertragsmanagement liefen parallel zur Krise – ohne klare Prüfpfade. Ein klassisches Beispiel für Notstandsvergaben ohne ausreichende juristische Kontrolle.“ Zahlen, die schmerzen Was wurde beschafft? 1,0 Milliarden FFP2-Masken 1,6 Milliarden OP-Masken Kosten: geschätzt 6 bis 9 Milliarden Euro (inkl. Lagerung, Logistik, Entsorgung) vernichtet oder verbrannt: über 700 Millionen Masken (Stand Ende 2024, laut BMG) Viele Masken blieben ungenutzt – wegen Qualitätsmängeln, abgelaufener Haltbarkeitsdaten oder fehlender Zertifikate. &#62; Dr. Christine Schneider, Gesundheitsökonomin: „Ein Großteil der Masken wurde zu überhöhten Preisen eingekauft und nie verwendet. Warum man nicht frühzeitig auf europäische oder multilaterale Lösungen setzte, bleibt unverständlich.“ Blick ins Ausland: Wie reagierten andere Länder? Ein internationaler Vergleich zeigt: Auch andere Länder standen unter Druck – doch nicht alle handelten so planlos. Dänemark setzte ab April 2020 auf zentrale Lagerplattformen und ein einheitliches nationales Beschaffungssystem, das Korruption erschwerte. Frankreich baute rasch staatlich koordinierte Produktionsketten auf, um die Abhängigkeit von Importen aus China zu verringern. Italien, schwer getroffen, richtete ein Kontrollgremium für Notbeschaffungen ein, das politische Verantwortung sichtbar machte. In Deutschland hingegen: Verträge per WhatsApp, unerfahrene Lieferanten, juristische Grauzonen – und ein Ministerium, das „alles kaufen wollte, was verfügbar war“ (so wörtlich im BMG-Bericht). Verantwortung? Fehlanzeige. Der Bericht verteilt die Verantwortung systemisch. Jens Spahn wird erwähnt, aber nicht direkt kritisiert. Die Sonderberaterin Dr. Sudhof zieht harte Schlüsse – doch das BMG entwertet ihr Gutachten als „lückenhaft“, „methodisch unsauber“, „nicht eindeutig nachvollziehbar“. Politische Rechenschaft? Keine. Strafrechtliche Ermittlungen? Bis heute nicht. Spahn hat weder als Zeuge noch als Verantwortlicher öffentlich Stellung bezogen. Was bleibt – und was fehlt Die Maskenüberbeschaffung zeigt: Krisenmanagement ohne klare Strukturen scheitert. Und sie wirft Fragen auf, die weit über 2020 hinausreichen: Warum fehlte eine unabhängige Prüfung von Großverträgen? Warum informierte das BMG den Bundestag nicht transparent? Warum gibt es bis heute keinen Untersuchungsausschuss? &#62; Prof. Dr. Jutta Neumann, Verwaltungswissenschaftlerin: „Wir sehen ein strukturelles Versagen, das über individuelle Fehler hinausgeht. Doch ohne persönliche Konsequenzen lernt der Staat nichts.“ Fazit: Die teuerste Maske war die fürs politische Gesicht Die deutsche Politik reagierte in der Krise oft schnell – aber selten gut. Jens Spahn verkörperte diese Zeit: Macher, Entscheider, Medienfigur. Doch zurück bleibt ein Milliarden-Desaster, für das er kaum Verantwortung übernimmt. Der BMG-Bericht wirkt wie ein Befreiungsschlag unter neuen politischen Vorzeichen. Doch echte Aufarbeitung hieße: Namen nennen. Entscheidungen rekonstruieren. Lehren öffentlich ziehen. Konsequenzen ermöglichen. Was jetzt passieren muss: Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der die Maskenbeschaffung 2020/21 lückenlos aufklärt – inklusive Befragung Spahns. Ein Preisrechts-Check aller Corona-Vergaben durch unabhängige Prüfstellen. Ein zentrales Krisenbeschaffungsregister, das Transparenz schafft. Und: ein politischer Kulturwandel, der Verantwortung nicht mit Rücktritt, sondern mit echter Aufarbeitung verbindet. Denn die nächste Krise kommt. Und dann brauchen wir nicht nur Masken – sondern Vertrauen. Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss 11. Juni 2025 Spahns gefährlicher Kurzschluss 12. April 2025</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://auf-was-warten-wir.de/masken-milliarden-minister-jens-spahn-und-das-desaster-der-ueberbeschaffung/">Masken, Milliarden, Minister – Jens Spahn und das Desaster der Überbeschaffung</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://auf-was-warten-wir.de">Auf was warten wir?</a>.</p>
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		<title>Saisonarbeit und Lohndumping: Warum 80 % Mindestlohn ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert wäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Jun 2025 13:34:26 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/saisonarbeit-und-lohndumping-warum-80-mindestlohn-ein-rueckschritt-ins-19-jahrhundert-waere/" title="Saisonarbeit und Lohndumping: Warum 80 % Mindestlohn ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert wäre" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/JackF_istock_1382196096-100x100.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="mindestlohn" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/JackF_istock_1382196096-100x100.jpg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/JackF_istock_1382196096-300x300.jpg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/JackF_istock_1382196096-75x75.jpg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Wer erntet unsere Erdbeeren? Wer steht im April mit krummem Rücken auf deutschen Feldern, sortiert Spargel und zieht Unkraut? Es sind Saisonarbeiter – oft aus Osteuropa und immer häufiger in prekären Arbeitsverhältnissen. Nun soll ihnen auch noch der Mindestlohn gekürzt werden. Nicht offiziell, sondern „flexibel“ für die „Wettbewerbsfähigkeit“. Gefordert werden 80 % des gesetzlichen Mindestlohns – nur für Saisonkräfte.  Aber Moment mal, was ist das anderes als legalisierte Ausbeutung? Der Mindestlohn ist ein Versprechen – kein Richtwert Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2025 bei 12,82 € pro Stunde. Das ist kein Luxus und kein Geschenk, sondern die unterste Grenze dessen, was ein Mensch in diesem Land mindestens verdienen sollte – unabhängig von Nationalität, Branche oder Saison. Dieses Existenzminimum um 20 % zu kürzen bedeutet im Klartext: „Du bist weniger wert, weil du Pflückarbeit machst. “ Das trifft genau die Menschen, die ohnehin auf der untersten Stufe stehen: Wanderarbeiter aus Polen, Rumänien und Bulgarien. Oft mit Sprachbarrieren, ohne rechtlichen Rückhalt und angewiesen auf jeden Euro. Wer profitiert vom Dumping? Laut Recherchen (u. a. von Faire Mobilität, dem DGB und der WELT) bleiben vielen Saisonkräften am Monatsende rund 1.500–1.800 € netto – trotz harter Arbeit und täglicher Abzüge für Unterkunft und Verpflegung. Würde der Lohn auf 80 % gekürzt, wären es locker 400–500 € weniger. Und jetzt raten wir mal: Wird die Erdbeere im Supermarkt dann 10 Cent billiger? Nein. Das Geld versickert bei Zwischenhändlern, Subunternehmern und in Exportketten.  Das eigentliche Problem: Ein System, das auf Ausbeutung basiert Saisonarbeit ist seit Jahren ein grauzonengetriebener Markt: Verträge auf Polnisch, aber mit deutschem Steuerrecht Unterkunft im Container, aber Abzüge auf Hotelniveau Subunternehmer, die niemand wirklich kontrolliert Statt dieses System transparent, fair und menschenwürdig zu gestalten, wird jetzt ernsthaft vorgeschlagen, die Lösung sei: Löhne runter.  Argumente aus der Landwirtschaft? Berechtigt, aber falsch adressiert Natürlich haben Landwirte es schwer: Wetter, Klimawandel, Discounterpreise. Aber die Ausbeutung von Arbeitskraft darf nicht das Notfallventil für Marktversagen sein. Statt Löhne zu kürzen, braucht es: Faire Erzeugerpreise Subventionen mit Sozialauflagen Digitale Erntehilfen und moderne Arbeitszeitmodelle Mehr Kontrollen und Mitbestimmung für die, die die Arbeit machen Fazit: Mindestlohn muss Mindest bleiben Diese Gesellschaft hat sich einmal entschieden, dass Arbeit nicht unter ein gewisses Niveau gedrückt werden darf. Diese Entscheidung darf nicht saisonal aufgehoben werden, nur weil Spargel geerntet werden muss. Wenn wir anfangen, Sonderregeln für die Schwächsten zu schaffen, öffnen wir die Tür zu einem Zwei-Klassen-Arbeitsmarkt. Heute sind es die Saisonkräfte. Morgen vielleicht schon die Pflegekräfte, Zusteller oder alle, die „nicht systemrelevant genug“ sind. Meine Meinung: Wer ernsthaft will, dass andere Menschen unter Mindestlohn-Niveau schuften, soll das mal eine Woche lang selbst ausprobieren. Auf dem Acker. Im Container. Mit Vertrag auf Rumänisch.  Dann reden wir weiter. Wie der Bauernverband die kleinen und ökologischen Betriebe ignoriert 16. Januar 2024 Bauernblockaden im Vergleich zu Klimaaktivisten: Eine Betrachtung aus rechtlicher Sicht. 14. Januar 2024</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://auf-was-warten-wir.de/saisonarbeit-und-lohndumping-warum-80-mindestlohn-ein-rueckschritt-ins-19-jahrhundert-waere/">Saisonarbeit und Lohndumping: Warum 80 % Mindestlohn ein Rückschritt ins 19. Jahrhundert wäre</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://auf-was-warten-wir.de">Auf was warten wir?</a>.</p>
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		<title>Worte als Waffen – Wie rechte israelische Rhetorik den Krieg gegen Gaza lenkt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 11:44:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/worte-als-waffen-wie-rechte-israelische-rhetorik-den-krieg-gegen-gaza-lenkt/" title="Worte als Waffen – Wie rechte israelische Rhetorik den Krieg gegen Gaza lenkt" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/gaza_zerstoerung2-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="totale zerstörung in gaza" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/gaza_zerstoerung2-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/gaza_zerstoerung2-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/gaza_zerstoerung2-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Seit Oktober 2023 erleben wir in Gaza eine humanitäre Katastrophe ungekannten Ausmaßes. Israels Angriffe treffen nicht nur militärische Ziele, sondern vor allem die zivile Infrastruktur: Krankenhäuser, Schulen, Universitäten, Bäckereien, Wasseranlagen und Felder. Laut internationalen Organisationen starben über 15.600 Kinder. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser ist zerstört oder unbrauchbar. Schulen, die Schutz boten, liegen in Trümmern. Wer die Eskalation verstehen will, muss nicht nur die Bomben sehen, sondern auch die Worte, die ihnen vorausgingen. Entmenschlichung als Regierungsstrategie Führende Mitglieder der israelischen Regierung, vor allem aus den rechtsextremen Parteien Otzma Yehudit und Religiöser Zionismus, bedienen sich seit Jahren einer hetzerischen, rassistischen und völkischen Rhetorik. Diese Aussagen sind keine Ausrutscher, sondern Ausdruck einer Ideologie, die Palästinenser systematisch entmenschlicht. 1. „Gaza muss verbrannt werden.“ Politiker: Avi Dichter (Likud, Ex-Geheimdienstchef)Aussage (Okt. 2023): „Gaza will be a city of tents. There will be no buildings. It will be a city of tents. There will be no buildings. We are going to eliminate everything.“„Gaza wird eine Stadt der Zelte sein. Es wird keine Gebäude geben. Es wird eine Stadt der Zelte sein. Es wird keine Gebäude geben. Wir werden alles eliminieren.“→ Die Äußerung wurde vielfach zitiert als Aufruf zur systematischen Zerstörung Gazas. 2. „Wir kämpfen gegen Tiere.“ Politiker: Defense Minister Yoav Gallant (Likud)Aussage (9. Okt. 2023): „We are fighting human animals and we are acting accordingly.“„Wir kämpfen gegen Menschentiere und handeln entsprechend.“→ Diese Entmenschlichung („menschliche Tiere“) wurde international scharf kritisiert. 3. „Die Palästinenser haben keine Rechte auf diesem Land.“ Politiker: Bezalel Smotrich (Finanzminister, Leiter der Partei „Religiöser Zionismus“)Aussage (2021 &#38; 2023 mehrfach): „There is no such thing as a Palestinian people.“„This land belongs to the people of Israel — and only to them.“„Es gibt kein palästinensisches Volk.“ „Dieses Land gehört dem Volk Israel – und nur ihnen.“→ Smotrich spricht Palästinensern grundlegende Existenzrechte ab. 4. „Wir sollten Gaza vollständig annektieren.“ Politiker: Itamar Ben-Gvir (Minister für Nationale Sicherheit, Partei Otzma Yehudit)Diverse Aussagen, z. B. im Oktober 2023: „There should be full Israeli control over Gaza. It’s ours.“„Es sollte die volle israelische Kontrolle über Gaza geben. Es ist unser.“→ Häufige Forderung nach Vertreibung und vollständiger israelischer Kontrolle. 5. „Man sollte Dörfer zerstören, um Terror zu bekämpfen.“ Politiker: Bezalel SmotrichAussage (März 2023, über das palästinensische Dorf Huwara): „Huwara must be wiped out. I think the State of Israel should do it.“„Huwara muss ausgelöscht werden. Ich denke, der Staat Israel sollte es tun.“→ Nach einem Terroranschlag forderte er öffentlich die Auslöschung eines ganzen Dorfes. Auch wenn er sich später halbherzig entschuldigte, war die Aussage eindeutig. 6. „Araber sind eine Gefahr.“ Politiker: Itamar Ben-GvirAussagen (mehrfach, u. a. 2021, 2023):→ Bezeichnet Palästinenser regelmäßig als „Gefahr für das jüdische Volk“, besucht provokativ heilige muslimische Orte und forderte schon als Aktivist „Transfer“ von Araber:innen aus Israel. 7. „Wenn es sein muss, töten wir alle.“ Politiker: Tzachi Hanegbi (Sicherheitsberater Netanjahus)Aussage (Oktober 2023): „All Gazans are responsible, and they will all pay the price.“„Alle Gazaner sind verantwortlich, und sie werden alle den Preis dafür bezahlen.“→ Kollektivbestrafung als politische Strategie, was völkerrechtlich problematisch ist. Quellen (Auswahl): Haaretz, Times of Israel, +972 Magazine B&#8217;Tselem, Human Rights Watch, UN-Berichte Internationale Medien wie BBC, Guardian, Al Jazeera, New York Times Übersetzte Reden und Social Media der Politiker Wichtiger Hinweis: Manche Aussagen wurden auf Hebräisch gemacht und in sozialen Medien, besonders in hitzigen Phasen, bewusst verschärft oder aus dem Kontext gerissen. Dennoch: Viele dieser Zitate sind nicht falsch übersetzt, sondern gut dokumentiert. Das Problem ist strukturell: Rechtsextreme Politiker sitzen in Israel inzwischen an Schlüsselstellen der Regierung, was ihre Aussagen in politische Realität übersetzt – von Siedlungsbau bis hin zu militärischer Eskalation. Solche Äußerungen würden in anderen westlichen Demokratien das politische Aus bedeuten. In Israel kommen sie von Regierungsmitgliedern – und finden ihren Widerhall im militärischen Handeln. Kriegsrealität: Worte werden Taten Seit Oktober 2023 erleben wir keinen &#8222;verhältnismäßigen Krieg&#8220; gegen eine Terrororganisation, sondern die systematische Zerstörung ziviler Lebensgrundlagen: Bildung ausgelöscht: Alle Universitäten in Gaza sind zerstört oder schwer beschädigt. Die meisten Schulen sind unbrauchbar. Gesundheitswesen am Boden: Von 36 Krankenhäusern sind mindestens 19 außer Betrieb. Ärzte berichten von gezielten Schüssen auf Kinder. Landwirtschaft vernichtet: Bombardierte Felder, Farmen und Brunnen machen Gaza unbewohnbar. Kindermorde als Kriegsrealität: Laut UNICEF und Ärzteorganisationen starben bis Juni 2025 über 15.600 Kinder – viele durch gezielte Angriffe. Die Absicht ist klar Diese Taten sind keine &#8222;Kollateralschäden&#8220;. Die entmenschlichende Sprache bereitet die entmenschlichenden Taten vor. Der Krieg gegen Gaza wirkt wie ein Projekt zur Entvölkerung und Zerstörung einer Gesellschaft. Die israelische Regierung verfolgt nicht nur militärische, sondern auch demografische und ideologische Ziele. Gaza soll nicht nur &#8222;entmilitarisiert&#8220;, sondern ausgelöscht werden. Internationale Verantwortung Die internationale Gemeinschaft, vor allem die USA und Deutschland, ermöglicht diesen Krieg durch Waffenlieferungen, diplomatische Rückendeckung und das Ignorieren von Kriegsverbrechen. Wer von &#8222;Israels Recht auf Selbstverteidigung&#8220; spricht, ohne die Verbrechen zu benennen, macht sich mitschuldig. Die Wirkung der Rhetorik Die entmenschlichende Sprache israelischer Politiker wirkt über Israels Grenzen hinaus. Sie beeinflusst die internationale Wahrnehmung. Wer Palästinenser:innen als &#8222;menschliche Tiere&#8220; darstellt, senkt die Empathie für ihr Leid. Die Akzeptanz extremer Gewalt steigt. Medien, die diese Rhetorik unkritisch übernehmen oder neutralisieren, tragen zur globalen Abstumpfung bei. Menschen werden zu Zahlen, Opfer zu &#8222;Kollateralschäden&#8220;, zerstörte Existenzen zu politischer Notwendigkeit. Aussicht auf Reaktionen Trotz wachsender Kritik aus der Zivilgesellschaft bleibt die Staatengemeinschaft gespalten. Während Länder wie Südafrika, Brasilien oder Irland scharfe Kritik üben und Konsequenzen fordern, blockieren die USA, Großbritannien und Deutschland UN-Resolutionen für eine Waffenruhe. Mögliche Entwicklungen: Internationale Strafgerichtsbarkeit: Der IStGH ermittelt gegen israelische Politiker – ein Präzedenzfall mit Signalwirkung. Boykottbewegungen: BDS und ähnliche Initiativen gewinnen weltweit an Zuspruch. Ziviler Widerstand: Globaler Druck auf Regierungen, die Israels Kriegsführung unterstützen, wächst. Doch ohne Kurswechsel in Washington, Berlin und Brüssel bleibt dies Symbolpolitik. Es fehlt der Bruch mit der Doppelmoral westlicher Außenpolitik. Fazit Die Aussagen rechter israelischer Politiker sind keine Ausrutscher, sondern Blaupausen für eine militärische Realität, die tausende Kinder tötet und eine Gesellschaft zerstört. Gaza wird nicht nur bombardiert, sondern aus dem Denken gestrichen. Das ist keine Sicherheitspolitik, sondern Barbarei mit offizieller Genehmigung. Es ist Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen: Israel führt in Gaza einen Krieg, geprägt von rassistischer Rhetorik und entgrenzter Gewalt. Und die Welt schaut weg – oder liefert die Munition. Zwischen Trümmern und Täuschung – Die israelische Offensive in Gaza und die Politik der vollendeten Tatsachen 31. Mai 2025 Zerstörung statt Lösung – Israels Offensive in Gaza eskaliert weiter 13. April 2025 Die Haftbefehle des IStGH und Deutschlands Rolle im Gaza-Krieg 29. November 2024</p>
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		<title>Wenn Demokratie ins Visier gerät: Trumps Machtspiel mit dem Militär</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 09:34:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Trump und die USA]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/wenn-demokratie-ins-visier-geraet-trumps-machtspiel-mit-dem-militaer/" title="Wenn Demokratie ins Visier gerät: Trumps Machtspiel mit dem Militär" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/demo_la-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Wenn Demokratie ins Visier gerät: Trumps Machtspiel mit dem Militär" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/demo_la-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/demo_la-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/demo_la-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Von Los Angeles bis Washington D.C. wankt das Fundament der amerikanischen Demokratie. Donald Trump setzt Soldaten gegen Zivilisten ein – und niemand stoppt ihn.  Worum geht es? Am 7. Juni 2025 überschritt Trump eine neue Grenze: Er ließ das US-Militär gegen Bürger aufmarschieren, ohne die Zustimmung der Bundesstaaten einzuholen. Kalifornien wurde zum Schauplatz seiner autoritären Ambitionen. Der Auslöser? Massive Proteste gegen brutale Einwanderungsrazzien durch Bundesbehörden, vor allem durch ICE (Immigration and Customs Enforcement). Doch was treibt die Menschen auf die Straße?Warum protestieren die Menschen? Die Proteste begannen nach einer Serie gewaltsamer Einsätze von ICE in überwiegend migrantischen Vierteln von Los Angeles. Videos zeigen, wie Beamte Wohnungen ohne Durchsuchungsbefehl stürmen, Familien auseinanderreißen und Menschen ohne Begründung festnehmen. Viele der Betroffenen besitzen einen legalen Aufenthaltsstatus oder befinden sich in laufenden Asylverfahren – doch die Trump-Regierung ignoriert das. Aktivisten sprechen von gezieltem Einschüchterungsterror gegen Migranten – einer Strategie, die Angst schürt und zugleich mediale Aufmerksamkeit sucht. Der Einsatz des Militärs zeigt: Diese Regierung sieht keine Menschen, sondern Gegner. Trumps Griff zur Gewalt: Rechtsbruch oder Kalkül? Das US-Gesetz verbietet den Einsatz des Militärs gegen Zivilisten ohne klare rechtliche Grundlage. Der „Posse Comitatus Act“ schützt die Gesellschaft vor solcher Willkür. Doch Trump umging die Gouverneure und verzichtete auf den „Insurrection Act“, der für Aufstände vorgesehen ist. Er bewegt sich bewusst in rechtlichen Grauzonen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Er testet die Belastbarkeit der Demokratie – mit voller Absicht. Ein Blick zurück: Wenn das Militär gegen das eigene Volk marschiert Die Geschichte zeigt: Der Einsatz von Soldaten gegen Demonstranten markiert oft einen Wendepunkt. USA 1968, Chicago: Die Nationalgarde ging gegen Vietnam-Kriegsgegner vor – die Bilder erschütterten die Welt, die Demokratie verlor an moralischer Autorität. China 1989, Tiananmen: Panzer auf dem Platz des Himmlischen Friedens erstickten Proteste in Blut – ein Symbol für den Verlust ziviler Kontrolle. Frankreich 1961, Algerien-Proteste in Paris: Polizei und Armee schlugen brutal zu – ein bis heute ungesühntes Trauma. Ägypten 2013: Die Armee stürzte die Zivilregierung – das Ende der Demokratie. Trump greift zu denselben Mitteln. Auch wenn noch keine Schüsse fallen, entfesselt er bereits symbolische Gewalt. Internationale Reaktionen – wo bleibt der Aufschrei? Die westlichen Regierungen schweigen auffallend. Kanzlerin Bärbel Bas mahnt „Zurückhaltung“, Frankreichs Präsident nennt es eine „inneramerikanische Angelegenheit“. Human Rights Watch warnt hingegen vor einer „systematischen Erosion bürgerlicher Rechte in der Führungsnation des Westens“. Die Doppelmoral ist offensichtlich: Szenen wie diese in Venezuela oder Belarus lösen Empörung aus. Doch wenn die USA autoritär handeln, herrscht betretenes Schweigen. Die tiefere Gefahr: Der schleichende Zerfall der Demokratie Trumps Vorgehen ist mehr als ein kurzfristiger Machtakt. Es ist ein Testlauf für den Umbau der Demokratie: Zerstörung föderaler Strukturen: Staaten wie Kalifornien werden zu Feinden erklärt.Ausweitung exekutiver Macht: Militär, Erlasswesen und Medienkontrolle werden entgrenzt.Normalisierung von Gewalt gegen Minderheiten: Angst wird zum politischen Werkzeug. Bleibt diese Entwicklung ungebremst, droht nicht nur der Kollaps der US-Demokratie, sondern auch ein Vertrauensverlust in westliche Rechtsstaatlichkeit. Was jetzt? Die demokratische Zivilgesellschaft in den USA – Aktivisten, Juristen, Gouverneure, Journalisten – steht an einer Front, die lange unvorstellbar schien. Doch auch Europa darf nicht schweigen. Die USA sind kein ferner Planet. Ihre Demokratie spiegelt unsere Werte – und was dort zerbricht, kann auch hier ins Wanken geraten. Fazit: Wachsamkeit ist Pflicht Trumps Politik ist kein Zufall, kein Ausrutscher – sie folgt einem Plan. Wer jetzt schweigt, macht sich mitschuldig an der Vorbereitung eines autoritären Staates im Namen der „nationalen Sicherheit“. Wer die Demokratie schützen will, muss jetzt handeln. Mit Worten. Mit Protest. Mit Druck. Und mit der klaren Botschaft: Militär hat auf den Straßen einer Demokratie nichts verloren. Ähnliche Artikel Donald Trump – Wie kam die Abrissbirne ins Weißen Haus 7. April 2025 Eklat im Weißen Haus: Trumps Demütigung Selenskyjs – Ein fatales Signal an die Welt 2. März 2025 „Trump krönt sich selbst: Vom kriminellen Präsidenten zum amerikanischen Diktator!“ 20. Februar 2025 Donald Trump und die Agenda der libertären Kräfte nach einem Wahlsieg: Eine kritische Analyse 19. Juli 2024</p>
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		<title>Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/transparenz-verweigert-masken-vergeudet-spahn-gehoert-vor-einen-untersuchungsausschuss/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jun 2025 08:39:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/transparenz-verweigert-masken-vergeudet-spahn-gehoert-vor-einen-untersuchungsausschuss/" title="Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/spahn_masken-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Transparenz verweigert, Masken vergeudet – Spahn gehört vor einen Untersuchungsausschuss" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/spahn_masken-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/spahn_masken-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/spahn_masken-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Faktenlage Ein interner Sonderermittlungsbericht belastet Jens Spahn schwer: Er vergab einen Logistikauftrag über 1,5 Milliarden Euro ohne Ausschreibung an Fiege, ein Unternehmen aus seiner Heimatregion. Die „Open-House“-Maskenbeschaffung verlief chaotisch: Das Ministerium zahlte bis zu 4,50 Euro pro Maske, obwohl Fachabteilungen nur 2,50 bis 2,90 Euro empfohlen hatten. Der mögliche Schaden: etwa 2,7 Milliarden Euro. Der Bundesrechnungshof kritisiert eine massive Überbeschaffung: Von 5,7 Milliarden angeschafften Masken wurden nur 2 Milliarden verteilt. 1,2 Milliarden landeten im Müll. Die Folgekosten: mindestens 460 Millionen Euro. Der Bund verweigerte bei vielen Lieferanten die Abnahme der Masken. Zahlreiche Klagen laufen, und erste Hersteller haben vor Gericht Recht bekommen. Hintergrund zur Maskenbeschaffung Die „Open-House“-Strategie wurde Anfang 2020 eingeführt, um schnell große Mengen an Schutzausrüstung zu beschaffen. Unternehmen konnten ein Angebot einreichen, und das Ministerium verpflichtete sich zur Abnahme – ohne Ausschreibungen, Mengenbegrenzung oder Preisverhandlungen. Das führte zu einer Flut von Lieferverträgen, oft ohne Qualitätsprüfung. Ein riskanter Weg, der heute Milliarden kostet. Spahns Verteidigung Spahn verteidigt sich damit, dass es sich um eine „Jahrhundertkrise“ gehandelt habe. Alle hätten gesagt: „Besorgt es, koste es, was es wolle. “ Dass man Risiken eingegangen sei, sei ihm bewusst gewesen. Transparenz? Er spricht davon, verweigert aber bislang die Veröffentlichung des belastenden Berichts. Politische Dynamik Grüne und Linke fordern die vollständige Offenlegung des Sudhof-Berichts und schließen einen Untersuchungsausschuss nicht aus. Die SPD hält sich auffällig zurück. Die FDP laviert. Innerhalb der CDU wird Spahn zunehmend kritisch gesehen, doch niemand lässt ihn offen fallen. Friedrich Merz schweigt demonstrativ. Der Fall wird damit auch zum Test für die Selbstreinigungsfähigkeit der Union. Langfristige politische Folgen Die Maskenaffäre beschädigt nicht nur Jens Spahn persönlich, sondern die gesamte CDU. Sie stellt ihre Kompetenz in Krisen infrage und offenbart ein massives Defizit an Transparenz. Der Umgang mit Steuergeldern wirkt verantwortungslos, besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Auch das Vertrauen in staatliche Vergabeverfahren ist massiv beschädigt. Sollte die Aufklärung weiter blockiert werden, könnte dies nicht nur die CDU, sondern das Vertrauen in die parlamentarische Demokratie als Ganzes schwächen – und extremen Parteien nutzen. Quellen-Einordnung Die hier verwendeten Informationen basieren auf Berichten renommierter Medien wie der *Welt* sowie auf der (noch nicht veröffentlichten) Sonderuntersuchung der ehemaligen Staatssekretärin Sudhof. Die Kritik des Bundesrechnungshofs – als unabhängiges Kontrollorgan – verstärkt die Seriosität der Vorwürfe. FazitSpahn steht im Zentrum eines handfesten Skandals – überteuerte, teils nutzlose Masken, fragwürdige Auftragsvergaben, Prozessniederlagen und ein ausstehender Transparenzbericht. In einem demokratischen Rechtsstaat wäre Rücktritt oder Amtsverzicht längst eine angemessene Konsequenz. Solange er sich weigert, klare Verantwortung zu übernehmen und Details offenzulegen, fehlt ihm das moralische und politische Fundament für sein Amt.</p>
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		<title>Gegendarstellung zum Artikel „Der Ursprung der Pandemie und die voreiligen Schlüsse der Klimaaktivisten“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 07:26:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/gegendarstellung-zum-artikel-der-ursprung-der-pandemie-und-die-voreiligen-schluesse-der-klimaaktivisten/" title="Gegendarstellung zum Artikel „Der Ursprung der Pandemie und die voreiligen Schlüsse der Klimaaktivisten“" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/coroana_labor_zooonose-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Der Ursprung der Pandemie" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/coroana_labor_zooonose-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/coroana_labor_zooonose-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/06/coroana_labor_zooonose-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Reaktion auf den Artikel in der Berliner Zeitung vom 9.5.2025 Die Berliner Zeitung veröffentlichte am 9. Juni 2025 einen Meinungsartikel, der erneut die Laborthese zum Ursprung der COVID-19-Pandemie aufgreift. Dies geschah im Kontext einer vagen Mitteilung aus dem Weißen Haus, die mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Unter dem Deckmantel eines vermeintlich offenen Diskurses wird erneut Roland Wiesendanger als Kronzeuge herangezogen – ein Physikprofessor ohne virologische Expertise, dessen „Studie“ von 2021 weder peer-reviewed noch methodisch wissenschaftlichen Standards genügte. Dass sie dennoch hohe mediale Aufmerksamkeit erhielt, sagt mehr über die Medienlandschaft als über den Erkenntnisstand zur Pandemie aus. 1. Behauptungen ohne Beweise bleiben Behauptungen Sowohl 2021 als auch heute gibt es keine eindeutigen Beweise dafür, dass SARS-CoV-2 aus einem Labor stammt. Diverse US-Geheimdienste schließen eine Laborherkunft zwar nicht aus, betonen jedoch, dass es keine belastbaren Beweise gibt. Ein zoonotischer Ursprung (Übertragung von Tier auf Mensch) bleibt mindestens ebenso plausibel. Die aktuelle Mitteilung des Weißen Hauses basiert – soweit bekannt – nicht auf neuen, überprüfbaren Erkenntnissen, sondern auf einer politischen Linie, die vor allem geopolitischen Druck auf China ausüben soll. Diese aktuelle Darstellung ist hoch umstritten und spiegelt nicht den wissenschaftlichen Konsens wider. Die Mehrheit der internationalen Fachwissenschaftler und zahlreiche Studien sehen weiterhin die sogenannte Zoonose, also die natürliche Übertragung von Tieren auf den Menschen, als wahrscheinlichste Ursache für den Ausbruch von SARS-CoV-2 an. Auch US-Geheimdienste wie die CIA und das US-Energieministerium halten einen Laborunfall zwar für möglich, geben dieser Einschätzung aber nur &#8222;niedrige Zuversicht&#8220; und betonen, dass es keine eindeutigen Beweise gibt. Die wissenschaftliche Beweislage für einen Laborunfall ist bislang nicht erbracht. Die Darstellung auf der Webseite des Weißen Hauses ist politisch motiviert und widerspricht der überwiegenden wissenschaftlichen Einschätzung. Es handelt sich dabei nicht um eine gesicherte Tatsache, sondern um eine politisch geprägte Position, die von vielen Expertinnen und Experten als unbelegt oder irreführend angesehen wird. 2. Wissenschaft als Mittel politischer Meinungsmache Der Artikel der Berliner Zeitung stellt Wissenschaftlichkeit als subjektiv dar. Statt sauber zwischen Hypothesen, Indizien, Evidenz und Beweis zu unterscheiden, wird alles vermischt und pseudowissenschaftlich dargestellt. Es ist ein bekanntes Muster: Wenn man lang genug an der Tür der Wissenschaft rüttelt, öffnet sich irgendwann das Fenster der Verschwörung. Wiesendanger mag als Physiker ein geschätzter Akademiker sein, doch das verleiht ihm keine Autorität in der Virologie. Die selektive Nutzung von Quellen, die Vermischung von Einzelmeinungen mit wissenschaftlicher Erkenntnis und die Betonung von „Indizien“ ohne kritische Einordnung sind keine seriöse Methode. 3. Ideologischer Spin statt Aufklärung Besonders auffällig ist die Polemik gegen „Klimaaktivisten“ im zweiten Teil des Artikels. Diese ist nicht nur thematisch deplatziert, sondern auch ideologisch motiviert. Der Autor konstruiert eine Verbindung zwischen der vermeintlichen Arroganz der Wissenschaft und den Forderungen der Klimabewegung – als wären engagierte junge Menschen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen, „Gottspieler“. Diese Rhetorik ist alt: Sie diente schon in konservativen Kreisen dazu, Feminismus, Antirassismus oder Umweltbewegungen als gefährlich oder übergriffig zu diffamieren. Der Trick: Man redet nicht über Fakten, sondern über Emotionen – vor allem über Angst, Abwehr und Spaltung. 4. Der rechte Drift der Berliner Zeitung Wer die Berliner Zeitung in den letzten Jahren beobachtet hat, erkennt eine klare Tendenz: Immer häufiger finden sich Artikel, die verschwörungsoffene Narrative reproduzieren, rechte Talking Points normalisieren und eine ressentimentgeladene Grundhaltung gegenüber Wissenschaft, Klimabewegung, Migration und sozialen Bewegungen pflegen. Dieser politische Kurswechsel wurde durch den Eigentümerwechsel 2019 (Holger und Silke Friedrich) nicht nur personell, sondern auch inhaltlich eingeleitet. Aus einem einst respektablen Blatt ist ein Meinungsvehikel geworden, das sich zwischen Cicero, Tichys Einblick und Telegram-Channels positioniert. Fazit Wer seriöse Diskussionen über den Ursprung von COVID-19 führen will, braucht mehr als vage Geheimdienstverlautbarungen, medienwirksame Professoren und Ressentiments gegenüber Klimabewegungen. Es braucht offene Daten, transparente Forschung und die Bereitschaft, zwischen Hypothesen und Fakten zu unterscheiden. Der Artikel der Berliner Zeitung trägt dazu nichts bei – im Gegenteil: Er bestätigt erneut, dass die Zeitung zunehmend ein Sprachrohr für wissenschaftsskeptische, ideologisch aufgeladene Narrative wird. Fußnoten und Quellenanhänge Wiesendanger-„Studie“ (2021) Roland Wiesendanger: „Studie zum Ursprung der Coronavirus-Pandemie“, Universität Hamburg, Februar 2021 👉 uni-hamburg.de WHO-Bericht zur Ursprungsforschung (2021) WHO-China Joint Report: &#8222;Origins of the SARS-CoV-2 virus&#8220; 👉 who.int US-Geheimdienstberichte (2023–2024) Office of the Director of National Intelligence (ODNI) 👉 dni.gov Peer-Review zur Zoonose-Theorie &#8211; Holmes et al. (2021), Cell 👉 DOI: 10.1016/j.cell.2021.08.017 &#8211; Worobey et al. (2022), Science 👉 DOI: 10.1126/science.abp8715 Wissenschaftsjournalistische Einordnung Nature, August 2022 👉 nature.com</p>
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		<title>Zwischen Trümmern und Täuschung – Die israelische Offensive in Gaza und die Politik der vollendeten Tatsachen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 31 May 2025 11:48:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/zwischen-truemmern-und-taeuschung-die-israelische-offensive-in-gaza-und-die-politik-der-vollendeten-tatsachen/" title="Zwischen Trümmern und Täuschung – Die israelische Offensive in Gaza und die Politik der vollendeten Tatsachen" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/05/gazastreifen_bomben-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Offensive in Gaza" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/05/gazastreifen_bomben-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/05/gazastreifen_bomben-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/05/gazastreifen_bomben-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Israels Vorgehen in Gaza und die Siedlungspolitik im Westjordanland Vorab eine kritische Bemerkung zum häufig verwendeten Begriff &#8222;Staatsräson&#8220;. Historisch bezieht sich dieser stark auf die Machtfrage. Dass Angela Merkel ihn im Kontext der deutschen Verantwortung gegenüber Israel verwendet hat, wirft sprachliche und politisch-strategische Fragen auf. 1. Historische Herkunft und Bedeutung Die wesentlichen Ursprünge des Begriffs sind: Machiavelli (1469–1527): Für ihn war die raison d&#8217;état ein kaltes Machtinstrument. Das Ziel ist der Machterhalt – und alles, was dazu dient, ist gerechtfertigt. Moralische Bedenken? Zweitrangig. Giovanni Botero (1544–1617): Er sah die Staatsräson nicht nur als zynisches Machtdenken, sondern als „Kunde“: eine Lehre über die Mittel zur Erhaltung und Stärkung der Herrschaft. Aber auch hier: Das Wohl des Staates steht über allem. In beiden Fällen ist „Staatsräson“ ein funktionales, machtstrategisches Konzept. Es geht nicht um Ethik, Geschichte oder Verantwortung – sondern um &#8222;die Logik der Macht&#8220;, zur Not auch gegen moralische Prinzipien. 2. Merkels Formulierung: „Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson“** Dieser Satz fiel erstmals 2008 in der Knesset und ist seitdem ein politisches Dogma in Deutschland. Aber hier ist der Bruch offensichtlich: Was wird hier eigentlich gesagt?– Nicht: Deutschland wird seine Macht erhalten, um Interessen durchzusetzen. – Sondern: Deutschland verpflichtet sich, &#8222;aus moralisch-historischer Verantwortung heraus&#8220;, das Existenzrecht Israels zu sichern. Das ist etwas ganz anderes als klassische Staatsräson. Es ist: eine ethische Selbstverpflichtung, eine Folge historischer Schuld (Holocaust), eine moralpolitische Setzung – kein machtstrategischer Imperativ. 3. Kritische Probleme bei der modernen Verwendung a) Begriffliche Verwässerung Die klassische Staatsräson basiert auf Eigeninteresse, Machterhalt, Sicherheit. Wenn man nun eine moralische Verantwortung als Staatsräson deklariert, verwischt man die Begriffe. Es entsteht ein politischer Nebel, in dem schwer erkennbar ist, was nun eigentlich warum getan wird. b) Instrumentalisierung Die Aufladung mit Staatsräson immunisiert die Aussage gegen Kritik. Denn wer gegen eine „Staatsräson“ opponiert, stellt sich nicht nur gegen eine Meinung, sondern gegen die angebliche Fundamentallogik staatlichen Handelns. Damit wird Kritik am Verhältnis zu Israel – auch legitime, etwa an völkerrechtlich fragwürdiger Politik – schnell als staatsfeindlich gebrandmarkt. c) Unklare Konsequenzen Wenn Israels Sicherheit Teil deutscher Staatsräson ist – was heißt das dann militärisch? diplomatisch? wirtschaftlich? Welche Mittel stehen zur Verfügung – und wo ist die Grenze? Ist eine israelische Regierung wie die derzeitige (Netanjahu, extreme Rechte, Siedlungspolitik) automatisch „unantastbar“, weil jede Kritik als Gefährdung Israels interpretiert werden kann? Das Konzept bleibt vage – und das macht es gefährlich. Einordnung: Staatsräson als moralpolitische Setzung In der Merkel&#8217;schen Verwendung wird der Begriff umgedeutet: Staatsräson soll hier kein kaltes Machtprinzip sein, sondern ein Ausdruck politischer und historischer Verantwortung. Das ist neu – und problematisch. Denn es führt zu: – moralischer Überhöhung staatlicher Interessen– Verhärtung des Diskurses: Wer das in Frage stellt, stellt angeblich Deutschland selbst in Frage. – Politischer Dogmatisierung außenpolitischer Positionen. Fazit Die moderne Verwendung des Begriffs „Staatsräson“ im Kontext Israels ist historisch fragwürdig, semantisch inkonsistent und politisch problematisch. Was ursprünglich eine pragmatische, machiavellistische Überlebensstrategie des Staates war, wird nun als moralischer Imperativ verkauft. Das ist rhetorisch geschickt – aber intellektuell nicht sauber. Wenn man sagt: „Israels Existenzrecht ist Teil deutscher Verantwortung“, dann ist das ein ehrlicher Satz. Wenn man aber sagt: „Teil der deutschen Staatsräson“, dann tut man so, als sei das objektiv und unverrückbar notwendig für das deutsche Staatswohl – und das ist in der Praxis oft nicht haltbar. Politikwissenschaftliche Perspektiven: Staatsräson als politisches Dogma? Angela Merkels Aussage von 2008, dass „die Sicherheit Israels Teil der deutschen Staatsräson“ sei, wurde als moralisch motivierte Festlegung verstanden. Doch dies widerspricht der ursprünglichen Bedeutung des Begriffs, der auf Machterhalt und nationale Interessen fokussiert ist. Politikwissenschaftler wie Markus Kaim betonen, dass Merkels Aussage keine grundlegende Neuerung darstellte, sondern bestehende politische Leitlinien bekräftigte. Dennoch bleibt die Frage, ob eine moralische Verpflichtung als „Staatsräson“ deklariert werden sollte, um politische Entscheidungen zu legitimieren. Medien und Öffentlichkeit: Zwischen Kritik und Tabu Die mediale Berichterstattung zeigt eine zunehmende Spannung zwischen der offiziellen Staatsräson und der öffentlichen Meinung. So berichtete die Financial Times, dass Bundeskanzler Friedrich Merz Israels Vorgehen im Gazastreifen scharf kritisierte und die humanitären Auswirkungen nicht mehr durch den Kampf gegen den Terrorismus gerechtfertigt seien. Auch innerhalb der SPD fordern Politiker wie Rolf Mützenich einen Stopp der Waffenlieferungen an Israel. Gleichzeitig wird Kritik an Israel in Deutschland oft als antisemitisch gebrandmarkt, was eine offene Debatte erschwert. Der SWR thematisierte in einem Feature die wachsende Kritik an der bedingungslosen Solidarität mit Israel und die damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen. Literaturtipps zur Vertiefung Für eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema empfehle ich folgende Werke: &#8211; „Staatsräson? “: Dieses Buch bietet eine kritische Analyse der Verwendung des Begriffs in der deutschen Politik. &#8211; „Das politische System Israels“ von Steffen Hagemann: Eine umfassende Darstellung der politischen Strukturen Israels, die hilft, die komplexen Beziehungen zu verstehen. &#8211; „Relationi universali“ von Giovanni Botero: Ein Klassiker, der die ursprüngliche Bedeutung der Staatsräson erläutert. 1. Die humanitäre Krise in GazaSeit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen im Oktober 2023 hat sich die humanitäre Lage dramatisch verschlechtert. Gleichzeitig treibt die israelische Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu die Expansion von Siedlungen im besetzten Westjordanland voran. Diese Entwicklungen werfen ernsthafte Fragen zur Einhaltung des Völkerrechts und zu den internationalen Reaktionen auf. Die Welt schaut zu – mal betroffen, mal beschämt, meistens aber stumm. Während im Gazastreifen täglich Bomben auf Wohnviertel fallen, Krankenhäuser zerstört werden und Zehntausende zivile Opfer zu beklagen sind, errichtet die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu parallel 22 neue Siedlungen im besetzten Westjordanland. Was wir hier erleben, ist kein Verteidigungskrieg – es ist ein systematischer Angriff auf ein ganzes Volk. Es ist, so hart es klingt, ein Völkermord im Schutze des westlichen Schweigens. Das Gesundheitsministerium in Gaza und das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) berichten, dass zwischen dem 7. Oktober 2023 und dem 21. Mai 2025 mindestens 53.655 Palästinenser starben und 121.950 verletzt wurden. Die Zerstörung ziviler Infrastruktur, einschließlich Krankenhäusern und Schulen, verschärfte die humanitäre Situation weiter. UNICEF meldet, dass über 50.000 Kinder getötet oder verletzt wurden. Die israelische Regierung verschärfte wiederholt die Blockade von Gaza, was zu einer akuten Versorgungskrise führte. Human Rights Watch bezeichnete die bewusste Aushungerung der Zivilbevölkerung als Kriegsverbrechen. Die israelische Regierung spricht von „chirurgischen Schlägen gegen Hamas“. Doch die Realität zeigt: Das Skalpell ist längst zur Abrissbirne geworden. Die systematische Aushungerung, die Blockade humanitärer Hilfe, das Abschneiden medizinischer Versorgung und der Beschuss von Flüchtlingscamps – das alles sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie sie im Römischen Statut des Internationalen Strafgerichtshofs definiert sind. Und ja: Wenn eine Bevölkerungsgruppe gezielt vernichtet oder ausgehungert wird, ist der Begriff Völkermord nicht mehr nur eine politische Zuspitzung – er ist eine juristische Kategorie. 2. Völkerrechtliche Bewertung Internationale Organisationen und Experten kritisieren Israels Vorgehen scharf. Die UN-Kommission für Menschenrechte stellte fest, dass Israel durch gezielte Angriffe auf Zivilisten und Infrastruktur sowie durch die Blockade von Hilfsgütern gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt. Amnesty International kam zu dem Schluss, dass Israel in Gaza einen Völkermord begeht. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) erließ Haftbefehle gegen Premierminister Netanjahu und Verteidigungsminister Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 3. Siedlungsexpansion im Westjordanland Am 29. Mai 2025 genehmigte die israelische Regierung den Bau von 22 neuen Siedlungen im besetzten Westjordanland. Diese Entscheidung stieß international auf scharfe Kritik, da sie das Völkerrecht verletzt und die Zwei-Staaten-Lösung gefährdet. Die Organisation Peace Now bezeichnete dies als die umfangreichste Siedlungserweiterung seit den Osloer Abkommen. Die Siedlungen sollen strategisch entlang des Jordantals und in Gebieten errichtet werden, die für einen zukünftigen palästinensischen Staat vorgesehen sind. Dies wird als Versuch gewertet, die territoriale Integrität eines solchen Staates zu untergraben. Dazu passt folgendes Statement von Israels Außenminister Israel Katz: &#8222;man werde auf dem Boden des Westjordanlandes einen „jüdischen israelischen Staat“ errichten&#8220;, dies ist ein erschreckend offenes Bekenntnis zur Vertreibungspolitik und zur faktischen Annexion. Das ist kein Verteidigungskonzept – es ist &#8222;ethnische Säuberung als Staatsziel&#8220;. Es steht in direktem Widerspruch zu internationalem Recht, zur Genfer Konvention und zur UN-Charta. Wer so spricht, verabschiedet sich vollständig von jeder Zwei-Staaten-Lösung und offenbart eine koloniale Logik: Landnahme durch Gewalt, legitimiert durch religiös-nationalistische Rhetorik. Mit jedem illegalen Haus, das auf palästinensischem Land entsteht, stirbt nicht nur das Völkerrecht ein Stück, sondern auch der letzte Rest Hoffnung auf eine gerechte Friedenslösung. 4. Reaktion des Westens: Schweigen, Waffen, Lippenbekenntnisse Die Reaktion der westlichen Staaten ist ein moralisches Desaster. Die USA blockieren nach wie vor Resolutionen im UN-Sicherheitsrat. Die Bundesregierung betont Israels „Recht auf Selbstverteidigung“ – und liefert gleichzeitig Rüstungsgüter, darunter Komponenten für U-Boote, Drohnen und sogar Munition. Was bleibt vom Völkerrecht, wenn es nur für die Schwachen gilt? Wer Gaza verteidigt, wird als Terrorfreund denunziert. Wer den Genozid beim Namen nennt, als Antisemit. Diese Erpressung funktioniert, weil die politische Klasse Europas lieber Opportunismus zeigt als Haltung. Es ist bequem, in Berlin mit leerem Blick über „Staatsräson“ zu dozieren, während man Menschen mit deutscher Rüstungstechnologie in Rafah verbrennen lässt. 5. Die Sprache des Völkerrechts: Kein Raum für Relativierung Das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs (Art. 6–8) ist eindeutig: &#8211; Völkermord: „Handlungen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“ – u.a. durch Tötung, schwere körperliche oder seelische Schäden, und das Herbeiführen lebensfeindlicher Bedingungen. &#8211; Kriegsverbrechen: Angriffe auf Zivilisten, gezielte Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur, kollektive Bestrafung. &#8211; Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Systematische Angriffe auf die Zivilbevölkerung. Es braucht kein Jurastudium, um zu erkennen, dass all dies auf das zutrifft, was derzeit in Gaza geschieht. Fazit: Der Preis des Schweigens Was in Gaza passiert, ist keine komplexe Tragödie zweier gleicher Gegner. Es ist ein asymmetrischer Vernichtungskrieg – geführt mit modernster Militärtechnik gegen ein eingesperrtes, entrechtetes Volk ohne Armee, ohne Schutz, ohne Fluchtmöglichkeit. Und während Netanjahu im Inneren unter Korruptionsanklagen steht und außenpolitisch isoliert ist, rettet er sich mit dem alten Mittel der Autokraten: Krieg als Machterhalt. Die internationale Gemeinschaft – insbesondere Deutschland – muss sich entscheiden: &#8211; Für das Leben oder für die Lüge. &#8211; Für das Völkerrecht oder für die politische Zweckmoral. &#8211; Für die Menschlichkeit oder für die Rüstungsindustrie. Noch ist es nicht zu spät. Quellen: UNRWA UNRWA Situation Report #172 on the Humanitarian Crisis in the &#8230; 23. Mai 2025 — Between 7 October 2023 and 21 May 2025, according to the MoH in Gaza as stated by OCHA, at least 53,655 Palestinians have ElHuffPost UNICEF triplica la cifra de niños muertos en Gaza aportada por Hamás: pueden ser más de 50.000 Vorgestern — UNICEF triplica la cifra de niños muertos en Gaza aportada por Hamás: pueden ser más de 50.000 El pasado día 22 de mayo, las Amnesty International Amnesty concludes Israel is committing genocide in Gaza 5. Dezember 2024 — Our research reveals that Israel has persisted in committing genocidal acts, fully aware of the irreparable harm it was inflicting Time What To Know About Israel&#8217;s Major Expansion of Settlements in Occupied West BankHeute — What To Know About Israel’s Major Expansion of Settlements in Occupied West Bank Date: Thu May 29 18:31:29 2025 UTC Israeli Jerusalem Post Gov&#8217;t approves establishment of 22 new West Bank settlementsHeute — The government has approved the establishment of 22 new settlements in the West</p>
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		<title>AfD ist rechtsextrem – und wer sie wählt, trägt Verantwortung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 May 2025 09:38:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/afd-ist-rechtsextrem-und-wer-sie-waehlt-traegt-verantwortung/" title="AfD ist rechtsextrem – und wer sie wählt, trägt Verantwortung" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2024/03/bundestag_nazis-150x150.jpg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="afd als rechtsextrem eingestuft" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2024/03/bundestag_nazis-150x150.jpg 150w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2024/03/bundestag_nazis-300x300.jpg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2024/03/bundestag_nazis-75x75.jpg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Am 2. Mai 2025 hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die Alternative für Deutschland (AfD) offiziell als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft. Diese Entscheidung markiert einen Wendepunkt im politischen Diskurs Deutschlands und wirft grundlegende Fragen über das Wahlverhalten und die Verantwortung der Wähler auf. (Bundesamt für Verfassungsschutz &#8211; Pressemitteilung)  Was der Verfassungsschutz festgestellt hat Laut BfV verfolgt die AfD in zentralen Punkten Bestrebungen, die gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichtet sind. Insbesondere kritisiert die Behörde das in der AfD vorherrschende ethnisch-abstammungsmäßige Volksverständnis, das auf die Ausgrenzung von Bevölkerungsgruppen, insbesondere mit muslimischem Migrationshintergrund, zielt. Parteiaussagen und Positionen verstoßen demnach gegen das Prinzip der Menschenwürde. Diese Einschätzung basiert auf umfangreichen Belegen, die eine anhaltende Missachtung demokratischer Grundwerte durch die Partei zeigen. Die Beurteilung betrifft die Gesamtpartei und nicht nur Einzelpersonen oder Untergruppen, was die Bedeutung der Entscheidung nochmals unterstreicht. Was bedeutet das für das Wahlverhalten? Die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch den Verfassungsschutz hat weitreichende politische und rechtliche Konsequenzen für die Partei und ihre Mitglieder. Diese Entscheidung erlaubt es den Behörden, weitergehende Überwachungsmaßnahmen einzusetzen, um extremistische Aktivitäten zu beobachten und zu dokumentieren. Für Wähler bedeutet dies, dass eine Stimme für die AfD nicht mehr als bloßer Protest gegen etablierte Parteien interpretiert werden kann. Vielmehr unterstützt man damit eine Partei, die laut Verfassungsschutz aktiv gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agiert. Die Aussage „Ich bin doch kein Nazi, weil ich AfD wähle“ verliert somit an Glaubwürdigkeit. Fazit Die offizielle Einstufung der AfD als rechtsextremistische Bestrebung durch den Verfassungsschutz ist ein klares Signal an die Gesellschaft. Sie fordert jeden Einzelnen auf, sein Wahlverhalten kritisch zu hinterfragen und sich der Verantwortung bewusst zu sein, die mit der Unterstützung einer solchen Partei einhergeht. Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürger – und dieses Engagement beginnt bei der bewussten Wahlentscheidung. PK Nancy Faeser, 2.2.2025&#8222;Die AfD vertritt einen ethnischen Volksbegriff, mit dem ganze Bevölkerungsgruppen diskriminiert werden. Bürgerinnen und Bürger mit Migrationsgeschichte werden als &#8222;Deutsche zweiter Klasse&#8220; behandelt. Das widerspricht klar der Menschenwürde-Garantie des Artikel 1 des Grundgesetzes. Ihre völkische Haltung zeigt sich in rassistischen Äußerungen vor allem gegen Zugewanderte und Muslime. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat einen klaren gesetzlichen Auftrag, gegen Extremismus vorzugehen und unsere Demokratie zu schützen, und dabei arbeitet es eigenständig. Die neue Einstufung ist das Ergebnis einer umfassenden und neutralen Prüfung, die in einem 1.100-seitigen Gutachten festgehalten ist. Es hat keinerlei politischen Einfluss auf das Gutachten gegeben. Die vorherige Bewertung der AfD als rechtsextremistischer Verdachtsfall ist von den Gerichten bestätigt worden. Auch die neue Bewertung wird sicherlich gerichtlich überprüft werden. Im Rechtsstaat entscheiden am Ende unabhängige Gerichte.&#8220; Über 100 AfD-Mitarbeiter als rechtsextrem eingestuft: Ein Alarmsignal für den Bundestag Die Nachricht, dass mehr als 100 Mitarbeiter von AfD-Abgeordneten vom&#8230; norbert12. März 2024</p>
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		<title>Papst Franziskus – Abschied von einem Hirten der Ränder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Apr 2025 09:41:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/papst-franziskus-abschied-von-einem-hirten-der-raender/" title="Papst Franziskus – Abschied von einem Hirten der Ränder" rel="nofollow"><img width="100" height="100" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/papst_franziskus-100x100.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Nachruf Papst Franziskus" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" srcset="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/papst_franziskus-100x100.jpeg 100w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/papst_franziskus-300x300.jpeg 300w, https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/papst_franziskus-75x75.jpeg 75w" sizes="(max-width: 100px) 100vw, 100px" /></a><p>Papst Franziskus ist tot. Er war der Papst der Armen, der Ausgestoßenen – und einer, der die katholische Kirche ins 21. Jahrhundert führen wollte. Was bleibt? Er wohnte nicht in den päpstlichen Gemächern. Er verzichtete auf den roten Samtmantel und die goldene Mozetta. Er trat in Turnschuhen auf, fuhr manchmal im Kleinwagen und lächelte oft, was mehr sagte als Worte. Nun ist Papst Franziskus gestorben. Mit ihm verliert die katholische Kirche ihren wohl größten Reformer seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil – und die Welt eine Stimme, die weit über die Grenzen des Christentums hinaus Hoffnung gab. Als Jorge Mario Bergoglio im März 2013 auf dem Balkon des Petersdoms erschien, ahnte kaum jemand, dass dieser unscheinbare Jesuit aus Buenos Aires das Papsttum von Grund auf verändern würde. In seinen ersten Worten steckte bereits alles, was ihn ausmachen sollte: Er bat um das Gebet der Menschen – bevor er selbst sie segnete.   Eine Stimme für die Stimmlosen Franziskus holte den globalen Süden in das Herz der Kirche zurück. In seiner Umweltenzyklika Laudato si’ nannte er den Klimawandel eine Frage der Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd. In Evangelii Gaudium geißelte er eine &#8222;Wirtschaft, die tötet&#8220; – Worte, die Wirtschaftsführer ebenso aufhorchen ließen wie Aktivisten. Legendär blieb seine Antwort auf die Frage nach homosexuellen Priestern: „Wer bin ich, um zu urteilen? “ Dieser Satz entfaltete mehr Wirkung als manches päpstliche Schreiben. Franziskus verurteilte nie Menschen – er verurteilte Strukturen der Ungerechtigkeit, der Ausgrenzung, der Gewalt. Er rief zur Abrüstung auf, verurteilte Kriege als „immer eine Niederlage“, besuchte Flüchtlingslager, küsste die Füße sudanesischer Bürgerkriegsparteien – Gesten, die aufrüttelten. Viele sahen in ihm den „moralischen Kompass der Welt“, gerade jene, die der Institution Kirche längst den Rücken gekehrt hatten. Der unbequeme Reformer Doch Franziskus war nicht nur barmherzig. Er reformierte unermüdlich. Die vatikanische Kurie, jahrzehntelang ein schwerfälliges Geflecht aus Behörden und Intrigen, ordnete er neu. Mit der Apostolischen Konstitution Praedicate Evangelium setzte er 2022 ein Reformwerk in Kraft, das Evangelisierung und Transparenz in den Mittelpunkt stellte. Laien, darunter erstmals auch Frauen, bekamen Schlüsselpositionen. Finanzstrukturen wurden offengelegt, Skandale nicht mehr vertuscht. Natürlich stieß er auf Widerstand. Kuriale Seilschaften, traditionalistische Kreise – sie alle versuchten, seine Reformen zu bremsen. Aber Franziskus blieb standhaft. Er wusste, dass echte Veränderung Geduld und Sturheit braucht. Getrieben von Nähe Was trieb ihn an? Vielleicht verstand man ihn am besten, wenn man ihn in einer seiner unzähligen Begegnungen sah: beim Gespräch mit einer Putzfrau, beim Telefonat mit einem Gefängnisinsassen, beim stillen Gebet an einer Migrantenbarriere. Franziskus glaubte nicht an eine Kirche der Eliten, sondern an eine Kirche des Volkes. Er war ein Jesuit, gelehrt in der Kunst der Unterscheidung – und ein Franziskaner im Herzen, verliebt in die Einfachheit. Sein Blick richtete sich stets auf die, die am Rand standen. Und so sehr er um die Struktur der Kirche rang – wichtiger war ihm immer der einzelne Mensch. Nicht Regeln und Dogmen bestimmten seine Theologie, sondern die Nähe zu den Leidenden, den Übersehenen. Was bleibt Papst Franziskus hat die katholische Kirche nicht vollkommen verändert. Er legte ihre Widersprüche offen, machte ihre Zerreißproben sichtbar. Aber er zeigte der Welt, dass eine religiöse Stimme nicht laut, nicht triumphalistisch sein muss – sondern leise, barmherzig, kompromisslos in der Liebe. Sein Tod reißt eine Lücke. Nicht nur in Rom. Sondern überall, wo Menschen glaubten, dass die Welt noch nicht verloren ist, solange einer wie er ihr Vater sein kann. Wichtige Stationen im Leben von Papst Franziskus &#8211; 17. Dezember 1936 Jorge Mario Bergoglio wird in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Sohn italienischer Einwanderer. &#8211; 1958 Tritt in den Jesuitenorden ein – die Ausbildung prägt ihn: Disziplin, intellektuelle Strenge, spirituelle Tiefe. &#8211; 13. Dezember 1969 Wird zum Priester geweiht. Arbeitet später in Armenvierteln von Buenos Aires. &#8211; 1973–1979 Provinzial der Jesuiten in Argentinien – in politisch unruhiger Zeit. Erlebt die &#8222;schmutzige Zeit&#8220; der Militärdiktatur. &#8211; 1992 Ernennung zum Weihbischof von Buenos Aires durch Papst Johannes Paul II. &#8211; 1998 Wird Erzbischof von Buenos Aires. Bekannt für seine Bescheidenheit: verzichtet auf Residenz, fährt Bus. &#8211; 2001 Kardinalserhebung durch Papst Johannes Paul II. – erste weltweite Aufmerksamkeit. &#8211; 13. März 2013 Wahl zum Papst. Nimmt den Namen „Franziskus“ an – ein Signal der Armut und Friedensliebe. &#8211; 2015 Veröffentlicht die Umweltenzyklika Laudato si’ – ein Weckruf an die Weltgemeinschaft. &#8211; 2016 Jubeljahr der Barmherzigkeit. Franziskus öffnet symbolisch Türen für alle, die die Kirche lange ausgeschlossen hatte. &#8211; 2022 Verabschiedung der Kurienreform Praedicate Evangelium. Erste tiefgreifende Umstrukturierung der vatikanischen Behörden seit Jahrzehnten. &#8211; 2023–2024 Start der Weltsynode zur Synodalität: Versuch, die gesamte Kirche in einen globalen Dialog einzubinden. &#8211; 27. April 2025 Papst Franziskus stirbt im Vatikan. Die Welt trauert um einen Papst, der nicht herrschen, sondern dienen wollte. Fünf Zitate, die Papst Franziskus unvergesslich machen 1. Über Mitgefühl: &#8222;Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee.&#8220; (Evangelii Gaudium, 2013) 2. Über die Kirche: &#8222;Die Kirche ist wie ein Feldlazarett: Man muss zuerst die Wunden heilen, bevor man alles andere diskutiert.&#8220; 3. Über Homosexualität: &#8222;Wenn jemand homosexuell ist, den Herrn sucht und guten Willen zeigt – wer bin ich, ihn zu verurteilen?&#8220; (Interview 2013) 4. Über die Umwelt: &#8222;Wir sind nicht die Besitzer der Erde. Wir sind ihre Hüter.&#8220; (Laudato si’, 2015) 5. Über Armut und Gerechtigkeit: &#8222;Eine Kirche, die arm ist und für die Armen – das wünsche ich mir.&#8220;</p>
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		<title>Schweden verfehlt Klimaziele: Ein einstiger Vorreiter im Rückschritt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Apr 2025 11:52:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten, Zahlen]]></category>
		<category><![CDATA[CO2-Ausstoß]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/schweden-verfehlt-klimaziele-ein-einstiger-vorreiter-im-rueckschritt/" title="Schweden verfehlt Klimaziele: Ein einstiger Vorreiter im Rückschritt" rel="nofollow"><img width="100" height="60" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/wald_schweden-426x256.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Schweden ferfehlt Klimaziele" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" /></a><p>Schweden galt lange als Vorzeigeland im Klimaschutz. Mit ambitionierten Zielen und einer engagierten Gesellschaft, symbolisiert durch Persönlichkeiten wie Greta Thunberg, setzte das Land Maßstäbe. Doch ein aktueller Bericht der schwedischen Umweltschutzbehörde (Naturvårdsverket) zeigt, dass Schweden seine nationalen Klimaziele deutlich verfehlt. Bericht der Naturvårdsverket: Klimaziele verfehlt Im April 2025 veröffentlichte die Naturvårdsverket einen Bericht, der ein Defizit von 52 bis 59 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten für den Zeitraum 2021 bis 2025 aufzeigt. Schweden wird in diesem Zeitraum keines seiner gesetzten Klimaziele erreichen. Das Land hatte sich Netto-Null-Emissionen bis 2045 zum Ziel gesetzt, doch der Rückschritt der letzten Jahre ist beispiellos. Ursachen: Politische Entscheidungen und Versäumnisse Die Mitte-rechts-Regierung unter Premierminister Ulf Kristersson hat Förderprogramme für E-Mobilität und den öffentlichen Nahverkehr gekürzt und Umweltvorgaben für Industrie und Verkehr entschärft. Die Emissionen im Verkehrssektor stagnieren, und der Umstieg auf klimaneutrale Industrieverfahren kommt kaum voran. Intensive Forstwirtschaft trägt ebenfalls zu hohen Emissionen bei. Schweden hat bisher nur 15 % seiner Land- und Meeresflächen unter Schutz gestellt, weit entfernt vom international vereinbarten 30 %-Ziel bis 2030. Internationale Kritik Die OECD warnt, dass Schweden mit der aktuellen Politik ein kumuliertes Emissionsdefizit von 22 Millionen Tonnen CO₂ bis 2045 droht. Dies verstößt gegen die eigenen und europäischen Verpflichtungen im Rahmen des Pariser Abkommens. Länder wie Dänemark und Portugal haben Schweden in Sachen Klimaschutz längst überholt. Forderungen nach einem Kurswechsel Umweltorganisationen und Wissenschaftler fordern ein politisches Umdenken. Der Bericht der Naturvårdsverket zeigt, dass nur ein radikaler Kurswechsel Schwedens Klimabilanz retten kann. Notwendig sind Investitionen in klimafreundliche Technologien, ein Umbau des Verkehrs- und Energiesektors und ein Stopp klimaschädlicher Forstpraktiken. Ohne diese Maßnahmen droht Schweden, dauerhaft ins klimapolitische Abseits zu geraten. Fazit:Schweden riskiert, seinen Ruf als klimapolitischer Vorreiter zu verlieren. Der aktuelle Umweltbericht sollte ein Weckruf sein. Ob die Regierung darauf reagiert, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt. Quellen:&#8211; Naturvårdsverket: [Klimabericht 2025 (PDF)]&#8211; OECD: [Environmental Performance Review: Sweden 2025 (PDF)]&#8211; Pressemitteilung Naturvårdsverket Daten aus dem aktuellen Copernicus-Bericht zum vergrößern anklicken</p>
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		<title>Copernicus-Klimabericht – Europas Weckruf verhallt</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/copernicus-klimabericht-europas-weckruf-verhallt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2025 12:27:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten, Zahlen]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimapolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Klimaziele]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/copernicus-klimabericht-europas-weckruf-verhallt/" title="Copernicus-Klimabericht – Europas Weckruf verhallt" rel="nofollow"><img width="100" height="60" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/waldbrand-426x256.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="klimakollaps, waldbrand" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" /></a><p>Der aktuelle Copernicus-Klimabericht für das Jahr 2024 liest sich wie ein dystopischer Roman, dessen Kapitel wir selbst schreiben – und ignorieren. Zum ersten Mal wurde die globale Durchschnittstemperatur um 1,6°C über das vorindustrielle Niveau angehoben – ein historischer Meilenstein, der nicht gefeiert, sondern betrauert werden sollte. Europa, der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt, erlebte sein heißestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Mit einer Durchschnittstemperatur von 10,69°C lag 2024 um 0,28°C über dem bisherigen Rekordjahr 2020. Doch diese Zahlen sind mehr als nur Statistiken; sie sind Vorboten einer Realität, die wir nicht länger ignorieren können. Die Klimakrise manifestierte sich in extremen Wetterereignissen: Hitzewellen: Südosteuropa erlebte die längste Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen mit 13 aufeinanderfolgenden Tagen extremer Temperaturen im Juli. Überschwemmungen: West- und Mitteleuropa wurden von schweren Überschwemmungen heimgesucht, u.a. mit 771,8 mm Regen in Valencia innerhalb von 24 Stunden. Waldbrände: In Portugal verbrannten innerhalb einer Woche 110.000 Hektar Wald, was 42.000 Menschen direkt betraf. Daten aus dem aktuellen Copernicus-Bericht zum vergrößern anklicken Diese Ereignisse sind nicht nur Naturkatastrophen, sondern direkte Konsequenzen unseres kollektiven Versagens, angemessen auf die Klimakrise zu reagieren. Was jedoch fehlt, ist eine tiefere Analyse der konkreten Auswirkungen auf die Bevölkerung: In Portugal etwa verloren hunderte Landwirte nicht nur ihre Ernten, sondern auch ihre Lebensgrundlage – lokale Ökonomien wurden in wenigen Tagen zerstört. Die Hitzewellen führten in Athen und Bukarest zu einem sprunghaften Anstieg hitzebedingter Notaufnahmen, insbesondere bei älteren Menschen. Trotz dieser alarmierenden Entwicklungen bleibt die politische Reaktion zögerlich. Die UN-Klimakonferenz in Baku (COP29) endete mit einem Minimalkompromiss bezüglich der Klimafinanzierung und ohne neue Beschlüsse zur Abkehr von fossilen Energieträgern. Auch auf nationaler Ebene fehlen greifbare Maßnahmen: Deutschland zögert weiterhin bei der Einführung eines verbindlichen Klimachecks für alle Gesetzesvorhaben, Frankreich schwächt den Kohleausstieg zugunsten kurzfristiger Energiepreise, und Italien lockert Umweltauflagen zugunsten der Bauindustrie. Die rhetorische Anerkennung der Krise steht in krassem Gegensatz zur realpolitischen Untätigkeit. Dabei gäbe es Hoffnung – wenn wir sie denn zulassen wollten. Städte wie Kopenhagen und Sevilla zeigen, wie man mit konsequentem Klimaschutz Leben retten kann: Durch grüne Infrastruktur, flächendeckende Hitzeaktionspläne und eine massive Reduktion von Emissionen. Diese positiven Beispiele fehlen im Bericht – und auch in der medialen Debatte – fast vollständig. Was ebenfalls unterrepräsentiert bleibt, sind die Stimmen der Betroffenen: Die Krankenschwester in Lissabon, die bei 43 Grad keine Pause machen kann. Der Landwirt in Bulgarien, der seinen Weinberg zum dritten Mal in fünf Jahren verloren hat. Der Klimaforscher in Helsinki, der nicht mehr mit seinen Kindern über die Zukunft spricht, weil er keine falschen Hoffnungen machen will. Solche Perspektiven könnten helfen, abstrakte Zahlen in erlebte Realität zu verwandeln. Der Copernicus-Bericht ist kein Weckruf mehr – er ist der Alarm, der unaufhörlich schrillt, während wir weiterschlafen. Die Frage ist nicht mehr, ob wir handeln müssen, sondern ob wir überhaupt noch handeln wollen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Es ist an der Zeit, dass wir den Ernst der Lage erkennen – und in konkrete, mutige Politik übersetzen. Nicht morgen. Heute.</p>
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		<title>Zerstörung statt Lösung – Israels Offensive in Gaza eskaliert weiter</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/zerstoerung-statt-loesung-israels-offensive-in-gaza-eskaliert-weiter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Apr 2025 12:43:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/zerstoerung-statt-loesung-israels-offensive-in-gaza-eskaliert-weiter/" title="Zerstörung statt Lösung – Israels Offensive in Gaza eskaliert weiter" rel="nofollow"><img width="100" height="60" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/palestine-8221340-426x256.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Zerstörung statt Lösung – Israels Offensive in Gaza eskaliert weiter" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" /></a><p>Kein Wasser, kein Brot, keine Hoffnung – Gaza am Rande der Katastrophe. Die aktuelle Lage im Gazastreifen ist von einer eskalierenden humanitären Krise und anhaltenden militärischen Auseinandersetzungen geprägt. Nach dem Bruch der Waffenruhe am 18. März 2025 intensivierte Israel seine Militäroperationen, insbesondere im Süden des Gazastreifens. Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, umfangreiche Gebiete zu &#8222;Sicherheitszonen&#8220; zu erklären, um die Hamas zu zerschlagen und Geiseln zu befreien. Diese Maßnahmen führten zu massiven Evakuierungen, insbesondere in der Stadt Chan Junis. Parallel dazu stoppte Israel die Einfuhr humanitärer Hilfe in den Gazastreifen, da die Hamas einen US-Plan zum Waffenruheabkommen ablehnte. Diese Blockade, die seit dem 2. März 2025 andauert, hat die humanitäre Situation dramatisch verschärft. UN-Organisationen warnen vor katastrophalen Bedingungen, insbesondere für Kinder, da lebenswichtige Hilfsgüter nicht mehr die Bedürftigen erreichen. Die Gesundheitsversorgung steht kurz vor dem Kollaps. Berichte über Angriffe auf medizinisches Personal und Einrichtungen häufen sich, was die Arbeit von Helfern erheblich erschwert. Die Vereinten Nationen berichten zudem von zunehmenden Evakuierungsanordnungen, die zu Zwangsumsiedlungen der Zivilbevölkerung führen. Internationale Akteure wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien fordern eine sofortige Rückkehr zur Waffenruhe und betonen, dass der Konflikt nicht militärisch gelöst werden könne. Trotz dieser Appelle bleibt die Situation angespannt, und die Zivilbevölkerung leidet unter den fortwährenden Kämpfen und der prekären Versorgungslage. Insgesamt zeigt sich ein besorgniserregendes Bild: Die militärischen Operationen und die Blockade humanitärer Hilfe verschärfen die ohnehin kritische Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Ein nachhaltiger Frieden erscheint in weiter Ferne, während die humanitäre Krise täglich neue Tiefpunkte erreicht. In diesem Zusammenhang möchte ich erneut auf die Enthüllungen des israelischen Investigativ-Journalisten Yuval Abraham (+972 MAGAZINE) hinweisen, die vor einem Jahr ans Licht kamen. Seine Recherchen offenbaren, dass offenbar von Anfang an ein perfider Plan existierte, den Gazastreifen in Schutt und Asche zu legen und die Palästinenser dauerhaft aus diesem Gebiet zu vertreiben. Tödliche Algorithmen: Israels Krieg in Gaza und die erschütternden Enthüllungen um das Spionageprogramm Lavender In einem der am stärksten überwachten und umkämpften Gebiete der Welt hat ein geheimer Algorithmus offenbar über Leben und Tod entschieden. Die Enthüllungen des israelischen Journalisten Yuval Abraham, veröffentlicht unter anderem durch das Investigativ-Medium +972 Magazine, zeichnen ein verstörendes Bild von Israels Krieg im Gazastreifen. Im Mittelpunkt steht das bislang unbekannte Spionage- und Zielerkennungsprogramm „Lavender“ – eine KI-gestützte Plattform, die angeblich zehntausende Palästinenser automatisiert als Ziele für Luftschläge auswählte. Die Maschine entscheidet Laut Abraham verließ sich Israels Militär in der Anfangsphase des Gazakrieges im Herbst 2023 in großem Maße auf „Lavender“, ein Programm, das auf Basis von Metadaten, sozialen Netzwerken, Aufenthaltsorten und anderen geheimen Kriterien potenzielle Hamas-Mitglieder identifizieren soll. Doch das System war – so die Quellen – alles andere als präzise: Bis zu 37.000 Personen soll Lavender als „Ziele“ markiert haben, oft mit minimaler menschlicher Überprüfung. Besonders brisant: Abraham berichtet, dass es gängige Praxis war, Luftangriffe auf Wohnhäuser durchzuführen, auch wenn sich dort Zivilist:innen aufhielten – solange das Ziel als hoch genug eingestuft wurde. In manchen Fällen wurde sogar akzeptiert, dass „bis zu 15“ zivile Todesopfer pro Angriff als „verhältnismäßig“ galten. Diese Praxis steht in eklatantem Widerspruch zum Völkerrecht. Automatisierung der Gewalt Die Enthüllungen werfen tiefgreifende ethische und rechtliche Fragen auf: Darf ein Staat seine Tötungsentscheidungen an Algorithmen delegieren? Wer trägt Verantwortung, wenn ein Computer irrt? Und wie können internationale Institutionen auf eine solche Technologisierung des Krieges reagieren? Lavender ist nicht das erste KI-System, das im Kontext moderner Kriegsführung eingesetzt wird. Doch der Grad der Automatisierung, den Abraham beschreibt, ist beispiellos. Während Israel offiziell erklärt, alle Angriffe würden „nachrichtendienstlich sorgfältig geprüft“, offenbaren die Aussagen ehemaliger Armeeangehöriger, dass in der Realität oft nur wenige Sekunden für eine sogenannte „Genehmigung“ blieben. Der Mensch wurde zur Kontrollinstanz einer Maschine, die längst den Takt vorgibt. Die Folgen für Gaza Seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich der Gazastreifen in ein Trümmerfeld verwandelt. Laut UN-Angaben wurden bis Anfang 2025 über 30.000 Palästinenser:innen getötet, die Mehrheit davon Zivilist:innen, darunter Tausende Kinder. Viele dieser Angriffe richteten sich gegen Wohnhäuser, Krankenhäuser und Infrastrukturen. Die systematische Anwendung eines algorithmischen Zielsystems wie Lavender verleiht dieser Zerstörung eine zusätzliche Dimension – eine, die kaum juristisch greifbar ist. Wer kontrolliert den Algorithmus? Der israelische Staat hat zu den Berichten bislang keine detaillierte Stellung genommen. Inoffizielle Quellen sprechen von „übertriebenen“ Darstellungen und betonen die „Komplexität asymmetrischer Kriegsführung“. Doch internationale Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch fordern eine unabhängige Untersuchung. Auch UN-Sonderberichterstatter haben sich besorgt über den Einsatz algorithmischer Zielsysteme geäußert. Ein zentrales Problem: Die Funktionsweise von Lavender bleibt geheim. Welche Daten wurden eingespeist? Nach welchen Kriterien wurde „Zugehörigkeit zur Hamas“ definiert? Inwiefern wurden Familienmitglieder oder soziale Kontakte ebenfalls als verdächtig eingestuft? Derartige Fragen bleiben unbeantwortet – und lassen viel Raum für Willkür. Der Mensch hinter der Enthüllung Yuval Abraham, der Journalist hinter der Veröffentlichung, ist kein radikaler Aktivist, sondern ein anerkannter israelischer Reporter. Seine Arbeit basiert auf Aussagen von sechs israelischen Geheimdienstoffizieren, die aus ethischen Gründen an die Öffentlichkeit traten. Ihre Aussagen sind Teil einer wachsenden Bewegung von Whistleblowern innerhalb Israels, die vor einer Entmenschlichung durch militärische Technologie warnen. „Wir haben das Töten industrialisiert“, zitiert Abraham einen seiner Gesprächspartner. Und das sei keine Übertreibung: In den ersten Wochen des Krieges sollen täglich bis zu 1000 Ziele bombardiert worden sein – viele davon aufgrund von Lavender-Vorschlägen. Ein Präzedenzfall? Was in Gaza geschieht, könnte Schule machen. Die Militarisierung von Künstlicher Intelligenz ist kein israelisches Alleinstellungsmerkmal. Auch die USA, Russland, China und europäische Staaten investieren massiv in KI-gesteuerte Waffensysteme. Der Fall Lavender zeigt, wohin diese Entwicklung führen kann: zu einem Krieg, in dem Menschen nur noch Datenpunkte in einem tödlichen System sind. Die internationale Gemeinschaft steht nun vor einer Entscheidung: Will sie den Einsatz solcher Systeme dulden – oder klare rote Linien ziehen? Die Geschichte zeigt, dass Technologie selten ungenutzt bleibt, wenn sie einmal entwickelt wurde. Gerade deshalb ist jetzt die Zeit, Grenzen zu setzen – bevor Algorithmen endgültig über Leben und Tod bestimmen.</p>
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		<title>Spahns gefährlicher Kurzschluss</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/spahns-gefaehrliches-plaedoyer-fuer-normalisierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 12 Apr 2025 11:43:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Bullshit]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/spahns-gefaehrliches-plaedoyer-fuer-normalisierung/" title="Spahns gefährlicher Kurzschluss" rel="nofollow"><img width="100" height="60" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/spahn_weidel-426x256.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Jens Spahn fordert einen neuen Umgang mit der AfD" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" /></a><p>Man wird doch wohl noch kuscheln dürfen.Demokratie schützt man nicht durch Gleichbehandlung von Feinden der Demokratie. Jens Spahn, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, hat sich für einen neuen Umgang mit der AfD im Bundestag ausgesprochen. Man solle die Partei in den parlamentarischen Abläufen behandeln wie jede andere Oppositionspartei – nüchtern, sachlich, ohne sich von Provokationen treiben zu lassen. Was nach pragmatischer Gelassenheit klingt, ist in Wirklichkeit eine politische Kapitulation: Spahn plädiert für nichts weniger als eine *Normalisierung* einer Partei, die in weiten Teilen nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht. Natürlich: Die AfD wurde demokratisch gewählt. Millionen Bürgerinnen und Bürger haben ihr ihre Stimme gegeben, viele aus Protest, einige aus Überzeugung. Und selbstverständlich müssen diese Menschen ernst genommen werden – ihre Ängste, Sorgen und Frustrationen verdienen es, gehört zu werden. Aber das heißt **nicht**, dass man die Repräsentanten dieser Wähler, also die AfD-Abgeordneten, automatisch wie jede andere demokratische Partei behandeln muss. Zwischen Wählerwillen und Parteiverhalten gibt es einen entscheidenden Unterschied – und genau hier beginnt die Verantwortung etablierter Parteien. Denn die AfD ist eben nicht einfach eine konservative oder „rechtspopulistische“ Partei unter vielen. Sie ist ein Sammelbecken für Demokratieverächter, Geschichtsrevisionisten und nationalistische Hardliner. In Teilen – etwa dem „Flügel“ um Björn Höcke – wurde sie vom Verfassungsschutz nicht nur als Verdachtsfall, sondern als **gesichert rechtsextrem** eingestuft. Ihre Strategie: gezielte Tabubrüche, Provokationen mit Kalkül, die bewusste Unterhöhlung parlamentarischer Gepflogenheiten und eine Sprache, die immer wieder die Grenze zum Autoritären und Menschenverachtenden überschreitet.Einschätzung des Verfassungsschutzes: &#8222;(&#8230;) Die Unvereinbarkeit des ethnischen und kulturellen Konzepts mit der Menschenwürde (&#8230;) die Einschränkung der Religionsfreiheit sowie Verbindungen zu extremistischen Gruppen sind hinreichende Indizien gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung.&#8220; weitere Informationen finden Sie hier.Die NSDAP wurde auch nicht zu einer demokratischen Partei weil sie 1933 mit 43,9% in den Reichstag gewählt wurde. Spahns Forderung, die AfD „wie jede andere Oppositionspartei“ zu behandeln, ignoriert diese Realität. Sie stellt eine gefährliche Verwechslung von formaler Gleichbehandlung und politischer Verantwortung dar. Demokratie ist kein Selbstbedienungsladen, in dem jeder, der ins Parlament gewählt wird, automatisch auch den moralischen und institutionellen Anspruch auf Gleichstellung hat – unabhängig von seinem Verhalten. Wer die Demokratie von innen heraus bekämpft, wer das Vertrauen in Institutionen gezielt zerstört, der kann nicht gleichzeitig auf demokratische Privilegien pochen. Das gilt für die AfD, und das muss auch für Jens Spahn gelten. Der CDU-Politiker appelliert an die Vernunft, man solle sich nicht „über jedes Stöckchen treiben lassen“, das die AfD hinhält. Aber diese Stöckchen sind nicht bloß Provokationen – sie sind Teil einer gezielten Strategie, den politischen Diskurs zu verschieben. Wer sich darauf einlässt, ohne klaren Widerspruch, legitimiert dieses Spiel. „Sachlichkeit“ im Umgang mit autoritären Kräften ist kein Zeichen von Souveränität – sie kann schnell zur politischen Naivität werden. Auch Spahns Hinweis auf „politische Ergebnisse“, etwa im Bereich der Migration, ist ambivalent. Ja, das Vertrauen vieler Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates ist erschüttert. Aber wer glaubt, diesen Vertrauensverlust durch eine Übernahme rechter Narrative oder eine schleichende Annäherung an AfD-Positionen zu beheben, irrt. Die CDU muss ihre eigenen Antworten finden – faktenbasiert, menschenrechtskonform, mit klarem Kompass. Sonst wird sie zur getriebenen Kraft einer Partei, deren eigentliche Agenda darin besteht, das demokratische System verächtlich zu machen. In einer Zeit, in der die Brandmauern zur extremen Rechten in vielen Ländern bröckeln – in Frankreich, Italien, den Niederlanden – ist es besonders gefährlich, ausgerechnet in Deutschland den Eindruck zu erwecken, es handele sich bei der AfD um eine „ganz normale“ Opposition. Das ist sie nicht. Und wer das übersieht, hilft mit, den autoritären Umbau des Landes vorzubereiten – ob bewusst oder aus falsch verstandener parlamentarischer Fairness. Spahn will die AfD nicht größer machen als sie ist. Doch mit seinem Vorschlag läuft er Gefahr, genau das zu tun. Aktualisierung – 14. Apr. 2025Weiterführende Informationen die belegen warum es sich bei der AfD nicht um eine normale demokratische Oppositionspartei handelt. Sebastian Leber (Tagesspiegel) beschreibt in seiner heutigen Kolumne warum das Gutachten über die AfD immer noch nicht vorliegt. Er benennt auch die Schwachstellen im Innenministerium die eine schnelle Veröffentlichung erfolgreich verhindern – Warum das AfD-Gutachten immer noch nicht vorliegt. Der Verfassungsschutz ist nicht allein schuld. Weitere Informationen lieferte netzpolitik.org schon 2019 – Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD.Desweiteren veröffentlichte die Plattform Anfang des Jahres das 1.000-seitige Verfassungsschutz-Gutachten zur AfD.</p>
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		<title>Klimapolitik im Koalitionsvertrag – Ambitionen ohne Antrieb</title>
		<link>https://auf-was-warten-wir.de/klimapolitik-im-koalitionsvertrag-ambitionen-ohne-antrieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[norbert]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 09:29:34 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politiker-Bullshit]]></category>
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					<description><![CDATA[<a href="https://auf-was-warten-wir.de/klimapolitik-im-koalitionsvertrag-ambitionen-ohne-antrieb/" title="Klimapolitik im Koalitionsvertrag – Ambitionen ohne Antrieb" rel="nofollow"><img width="100" height="60" src="https://auf-was-warten-wir.de/wp-content/uploads/2025/04/koalition2neo-426x256.jpeg" class="webfeedsFeaturedVisual wp-post-image" alt="Klimapolitik im Koalitionsvertrag" style="float: left; margin-right: 5px;" link_thumbnail="1" decoding="async" /></a><p>Der neue Koalitionsvertrag will sich klimapolitisch als innovationsfreundlich, sozial verträglich und wirtschaftsnah präsentieren. Doch hinter Begriffen wie „Technologieoffenheit“ und „wirtschaftlicher Tragfähigkeit“ verbirgt sich eine Politik, die den Weg zur Klimaneutralität bremst, statt ihn zu beschleunigen. Besonders deutlich wird das an vier zentralen Schwachstellen: fossile Übergangstechnologien, fossile Subventionen, soziale Schieflagen und dem Fehlen wirklich transformativer Alternativen. 1. Fossile Übergangsideologien: Die „Brücke“ zur Klimakrise Die geplanten 20 GW Gaskraftwerke bis 2030 sollen die Versorgungssicherheit gewährleisten. Doch statt eines echten Umbaus zur Speicher- und Flexibilitätswirtschaft wird hier ein neuer fossiler Pfad zementiert – mit potenzieller Laufzeit bis 2060, wenn sich Investoren langfristige Amortisation sichern. Konkrete Auswirkungen:&#8211; Laut Agora Energiewende müssen die Emissionen Deutschlands bis 2030 um etwa 65% gegenüber 1990 sinken. Neue Gaskraftwerke konterkarieren dieses Ziel, besonders wenn sie nicht absehbar mit grünem Wasserstoff betrieben werden. &#8211; Methanleckagen entlang der gesamten Lieferkette (besonders bei LNG) machen Erdgas klimaschädlicher als offiziell bilanziert. Methan hat über 20 Jahre ein etwa 80-mal höheres Treibhauspotenzial als CO₂. &#8211; Der Bau neuer Infrastruktur für fossile Energie bedeutet: Kosten und Risiken für zukünftige Generationen, z.B. durch spätere Stilllegung, stranded assets oder erforderliche Subventionen für Wasserstoff-Nachrüstungen. Konstruktive Alternative:Ein konsequenter Ausbau von: &#8211; flexiblen Speichern (Power-to-X, Batteriespeicher), &#8211; Lastmanagementlösungen (z.B. intelligente Netze, bidirektionales Laden), &#8211; saisonalen Speichern (z.B. durch Wärmespeicher und grünen Wasserstoff) wäre sinnvoller und langfristig günstiger. Notwendig wäre auch ein Kapazitätsmechanismus, der klimaneutrale Reservekapazitäten fördert, nicht fossile. 2. Fossile Subventionen: Der blinde Fleck der Transformation Der Vertrag schweigt zu den jährlich über 60 Mrd. € klimaschädlicher Subventionen (UBA 2021), darunter Dieselprivileg, Kerosinsteuerbefreiung und Dienstwagenregelungen. Was das bedeutet:&#8211; Diese Gelder unterlaufen nicht nur den CO₂-Preis, sondern setzen falsche Anreize für ressourcenintensives Verhalten. &#8211; Sie führen zu sozialer Ungerechtigkeit: Dienstwagen- und Kerosinprivilegien nützen vor allem Gutverdienern und Vielfliegenden – während Geringverdiener über höhere Heiz- und Spritpreise die Energiewende mitfinanzieren. Internationale Beispiele:&#8211; Schweden hat seit den 1990er Jahren sukzessive umweltschädliche Subventionen abgebaut und zugleich die CO₂-Bepreisung sozial abgefedert. Ergebnis: stabile Wirtschaft, sinkende Emissionen, hohe Akzeptanz. &#8211; Indien hat in mehreren Bundesstaaten Dieselsubventionen vollständig abgebaut und gleichzeitig Direktzahlungen an Landwirte eingeführt – ein Modell für soziale Kompensation. Konstruktive Alternative:Ein klimasozial gestaffeltes Klimageld (Rückzahlung der CO₂-Einnahmen pro Kopf) könnte Ungleichheiten ausgleichen und den Abbau fossiler Subventionen politisch tragfähig machen. 3. Soziale Dimension: Klimapolitik für wen? Der Vertrag formuliert mehrfach das Ziel, soziale Überforderung zu vermeiden – doch konkrete soziale Ausgleichsmaßnahmen fehlen. CO₂-Bepreisung und steigende Energiepreise treffen Haushalte mit niedrigem Einkommen am stärksten, obwohl sie pro Kopf die geringsten Emissionen verursachen. Kritische Punkte:&#8211; Der Verzicht auf ein Klimageld trifft insbesondere Menschen ohne Eigentum, mit schlechter Wohnisolierung oder ohne Zugang zu Mobilitätsalternativen. &#8211; Mieter:innen bleiben weitgehend schutzlos, da energetische Sanierungen in Form steigender Warmmieten umgelegt werden können – ohne dass ein echter Ausgleich vorgesehen ist. &#8211; Im ländlichen Raum fehlt es an echten Alternativen zum Auto, während gleichzeitig keine strukturelle Förderung für ÖPNV und Radverkehr vorgesehen ist. Konstruktive Alternative:&#8211; Verankerung der Warmmietenneutralität bei Sanierungen. &#8211; Ausbau öffentlicher Mobilität im ländlichen Raum mit garantierter Grundversorgung (z.B. per Rufbus). &#8211; Klimageld pro Kopf als Rückerstattung von CO₂-Bepreisung. 4. Verpasste Transformation: Prüfaufträge statt Klartext Statt verbindlicher Fahrpläne liefert der Vertrag viele „Prüfungen“, „Erwägungen“ und Absichtserklärungen. So etwa bei der Windkraft („wir prüfen Engpassgebiete“), Bioenergie („Deckelungen werden überprüft“) oder Solarenergie („wir erleichtern Parkplatz-PV“). Was fehlt:&#8211; Ein klarer Fahrplan für den Kohleausstieg vor 2030 – stattdessen: „abhängig vom Gaskraftwerkszubau“. &#8211; Keine Verpflichtung zur Energiewende im Verkehr, wie z.B. E-Auto-Quote, Flugverkehrsregulierung oder Tempolimit. &#8211; Keine konkreten Einsparziele für die Sektoren Verkehr, Landwirtschaft, Gebäude – obwohl diese seit Jahren die Zielverfehlung verursachen. Konstruktive Alternative:&#8211; Sektorale CO₂-Budgets mit jährlicher Kontrolle und Nachsteuerungspflicht (wie in Großbritannien). &#8211; Verbindliche Zeitpläne für fossilen Ausstieg in allen Sektoren. &#8211; Transparente Überwachung durch einen unabhängigen Klimarat, öffentlich zugänglich. Fazit: Politik auf Sicht, wenn wir Weitblick brauchen Der Koalitionsvertrag ist kein Totalausfall – aber er ist nicht der Aufbruch, den das 1,5-Grad-Ziel verlangt. Er blendet zentrale Konfliktlinien aus, verschiebt notwendige Entscheidungen und schiebt Verantwortung auf Prüfverfahren und Innovationsversprechen. Wer echte Transformation will, braucht mehr als „Technologieoffenheit“: Man braucht Richtung, Prioritäten und den Mut, auch gegen etablierte Interessen zu handeln. Der Vertrag zeigt bisher wenig davon. So könnte ein Ambitioniertes Maßnahmenpaket für 1,5-Grad-kompatiblen Klimaschutz in Deutschland aussehen. 1. Verbindliche CO₂-Budgets pro Sektor• Gesetzlich festgelegte jährliche CO₂-Budgets für alle Sektoren (Energie, Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Gebäude).• Automatischer Nachsteuerungsmechanismus bei Zielverfehlung (wie z. B. in Frankreich oder dem UK-Klimarat). 2. Stromwende – 100 % Erneuerbare bis 2035• Solarpflicht für Neubauten, Parkplätze, gewerbliche Gebäude.• Beschleunigter Windkraftausbau mit Mindestzielen pro Jahr (nicht nur Flächenziele).• Netzentgelte reformieren, um Eigenverbrauch &#38; regionale Nutzung zu fördern.• Strommarkt neu denken: Marktprämien für Versorgungssicherheit, nicht für fossile Reservekraftwerke. 3. Wärmewende – fossilfreie Gebäude bis 2040• Verbindlicher Austausch von Öl- und Gasheizungen bis spätestens 2035.• Massive Förderung für Wärmepumpen, Nahwärme und energetische Sanierungen, besonders für untere Einkommensgruppen.• Mieterschutz: Warmmietenneutralität gesetzlich verankern.• Abwärmenutzung verpflichtend machen (viele Industrien haben riesige ungenutzte Potenziale). 4. Mobilitätswende – weniger Verkehr, bessere Alternativen• Mindestpreis für fossile Kraftstoffe (mit sozialem Klimageld-Ausgleich).• Investitionsoffensive für Schiene, ÖPNV, Radwege, finanziert aus fossilen Subventionen.• Tempolimit (120/80/30) – einfach, schnell, effektiv (bis zu 11 Mio. t CO₂-Einsparung).• Ausbau des Deutschlandtickets zum bundesweit gültigen ÖPNV-Grundrecht. 5. Industrie &#38; CCS/CCU• CCS/CCU nur für echte „hard to abate“-Sektoren (z. B. Zement), nicht als Ausrede für fossile Gaskraftwerke.• Green Industrial Deal: Förderung nur für klimaneutrale Produktionsumstellungen.• CO₂-Grenzausgleichsmechanismus für Importe (wie EU-CBAM), gekoppelt an strenge Standards. 6. Landwirtschaft und Ernährung• Einführung eines Landwirtschafts-CO₂-Budgets mit Absenkpfad.• Förderung regenerativer Landwirtschaft (Humusaufbau, Agroforst).• Reduktion der Tierbestände um 30–50 %, unterstützt durch Umschichtung der Agrarförderung.• Klimagerechte Ernährung fördern (z. B. pflanzliche Alternativen in öffentlicher Beschaffung). 7. Finanz- und Steuerreform• Abbau klimaschädlicher Subventionen (Diesel, Dienstwagen, Kerosin etc.).• Einführung eines sozial gestaffelten Klimagelds (z. B. 150 €/Person vierteljährlich).• Nachhaltigkeits-Check für alle staatlichen Investitionen („Klimavorbehalt“). 8. International und global gerecht• Klimaschutz darf nicht auf Export von Emissionsvermeidung ins Ausland setzen:◦ Nur echte, überprüfbare Kompensationen zulassen.◦ Fairer Beitrag zu globalem Klimafonds (z. B. zur Finanzierung von Loss &#38; Damage).◦ Aufbau klimafreundlicher Lieferketten mit Partnerländern (z. B. grüne Stahlimporte aus Nordafrika). 9. Partizipation &#38; Akzeptanz• Klimabürger:innenräte auf Bundes- und Landesebene mit verbindlicher Stellungnahmepflicht.• Verankerung des Klimaschutzes im Grundgesetz als Staatsziel.• Spezielle Beteiligungsrechte für Regionen mit großem Wandelbedarf (z. B. Lausitz, Rheinisches Revier). Ergebnis:Mit diesem Paket könnte Deutschland:• Das CO₂-Budget für das 1,5-Grad-Ziel (noch ca. 3–4 Gt CO₂) bis 2045 realistisch einhalten.• Die Abhängigkeit von fossiler Energie nachhaltig beenden.• Eine gerechte, resiliente und international glaubwürdige Transformation schaffen.</p>
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